Kunst in Flensburg : Die Förde, die Küste, das Licht

Angeregter Diskurs: Thomas Messerschmidt (l.) und Besucher Karl-Heinz Petersen vor einem Bild von Rudolf Greve.
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Angeregter Diskurs: Thomas Messerschmidt (l.) und Besucher Karl-Heinz Petersen vor einem Bild von Rudolf Greve.

Zum 20. Geburtstag seiner Galerie zeigt Thomas Messerschmidt norddeutsche Bilder aus 110 Jahren

shz.de von
04. Januar 2018, 12:33 Uhr

Vor 20 Jahren hat Thomas Messerschmidt direkt am Hafen, in einem schönen Gründerzeit-Haus, seine Galerie und Kunsthandlung eröffnet. Anlass genug, in einer Jubiläumsausstellung so etwas wie die Quintessenz seines künstlerischen Schwerpunkts zu präsentieren: norddeutsche Maler aus der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit einem Fokus auf die Landschaft an der Flensburger Förde.

Immer wieder geht der Glücksburger Karl-Heinz Petersen zu dem größten Bild der Ausstellung, „Sommer auf Holnis“, das Otto Heinrich Engel 1941 gemalt hat. „Schneidig das Bild, schneidig“, murmelt er immer wieder anerkennend. Er ist Stammkunde und häufiger Besucher an den Norderhofenden, mag viele der gezeigten Bilder, aber der Engel hat es ihm besonders angetan.

Messerschmidt selbst hat einen ganz anderen Favoriten: ein Seestück von Carl Locher, aus Flensburg stammender Künstler, der zur ersten Generation der berühmten Skagen-Maler gehörte. Es zeigt zwei Großsegler in schwerer See.

Und er verrät ein Geheimnis. Geht zum hochformatigen Bild von Käte Lassen, nimmt es von der Wand und dreht es um. Auf der Rückseite ist kopfüber das Bild eines Mädchens zu sehen, aber es ist nicht fertig. Offenbar gefiel es der Malerin nicht mehr, sie drehte die Leinwand um und malte stattdessen das Bild einer Frau in den Dünen. „Eigentlich gefällt mir das andere Bild besser“, sinniert der Galerist.

Gleich zwei Künstler zeichnen ihre Bilder mit Heinrich Petersen. „Da der Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf sie nicht unterscheiden konnte, haben sie -Angeln und -Flensburg an ihre Namen gehängt“, berichtet Messerschmidt. Der Angeliter Petersen ist mit einem spektakulären Bild eines aufgewühlten Stück Meeres samt Schoner vertreten, der Flensburger Petersen mit dem Kontrast dazu: beschauliche Kanallandschaft mit Booten und Mühle im Hintergrund.

Die Jugendstil-Lithographie „L’heure du berger“ von Hans Christiansen fällt mit ihrer Anmut und der dezenten Farbgebung aus der Mehrheit der Ölgemälde heraus. Das gilt aus ganz anderen Gründen auch für das älteste Bild der Ausstellung: August Thomsen hat 1845 festgehalten, wie er sich die Bergpredigt vorstellt. Das religiöse Motiv fällt inmitten der Landschaftsbilder und Porträts sofort ins Auge. Das jüngste Bild der Ausstellung zeigt eine Windmühle, stammt von Gerhard Bettermann und ist aus dem Jahr 1955.

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