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„Verwirkliche deine Idee“ : Die findigen Forscher aus Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vier Schüler der Handelslehranstalt vertreten die Fördestadt bei Jugend forscht im Fachgebiet Arbeitswelt

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Sie sind die Saubermänner im Flensburger Schilderwald. Und höchst erfinderisch dazu. Christopher Otto (21) und Martin Rümmelein (19) haben sich den Kopf darüber zerbrochen, wie man Verkehrs- und andere Schilder wirkungsvoll vor Schmierereien schützen kann, deren Beseitigung Städte und Gemeinden alljährlich Millionen Euro kostet. Mit ihrer Idee fahren sie am 28. Februar zum Regionalentscheid des Wettbewerbs „Jugend forscht“ nach Elmshorn.

Ihr Geistesblitz ist so einfach wie genial. Der effektive Abwehrmechanismus besteht lediglich aus einer selbstklebenden Klarsichtfolie, die auf das zu schützende Objekt aufgetragen wird. Sie hat auf das Reflektionsverhalten keinen Einfluss, ist zwölf Jahre lang witterungsfest, lösungsmittelsicher und nur unter Einsatz von Wärme zu entfernen. „Einen Heißluftfön werden die Graffiti-Sprayer wohl kaum immer dabei haben“, sagt Martin und zieht die Analogie eines Formel 1-Fahrers herbei, der mehrere Folienschichten auf seinem Visier trägt, die er bei Verschmutzung einzeln abziehen kann. Ein weiterer Vorteil: Der integrierte UV-Filter verhindert das Ausbleichen der Farbe und verlängert die Lebensdauer.

Die beiden Schüler des 11. Jahrgangs des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft an der HLA haben die Wirksamkeit anhand zahlreicher Belastungstests nachgewiesen. Zudem ist das Sparpotenzial enorm. „Ein Verkehrsschild“, rechnet Christopher vor, „kostet im Schnitt 60 Euro, ein Quadratmeter Folie ein Zehntel dieses Betrages.“ Wenn das kein kaufmännisches Argument ist. Alternativ zur Klarsichtfolie schlagen sie abziehbare Aufkleber vor, in Farbe und Größe identisch mit dem Schild.

Konkurrenz erwächst im eigenen Lager. Auch Arezu Karimi (18) und Johanna Hansen (16) wollen gewinnen – mit dem Prototyp ihrer multifunktionalen Brille. Einer Brille, die nicht beschlägt, wenn man aus klirrender Kälte etwa ein Kaminzimmer betritt. Das kann sowohl mit einem chemischen als auch elektronischen Ansatz bewerkstelligt werden. „Klare Sicht innerhalb von Sekunden“, versprechen die jungen Forscherinnen.

Bei der ersten Variante diente ein Taschenwärmer als Quelle der Inspiration. Ein kleiner Silikonschlauch wird mit Natriumacetat gefüllt und damit das Brillengestell umwickelt. Durch eine chemische Reaktion erhärtet sich die Masse und erwärmt sich gleichzeitig, der Beschlag verschwindet. Zweite Version: Wie bei einer heizbaren Heckscheibe werden unsichtbare Drähte im Glas durch eine kleine Hochleistungsbatterie erwärmt. „Es funktioniert“, freuen sich die beiden Schülerinnen. Mit ihnen Berufsschullehrer Andree Rossow, der beide Teams coacht – klammheimlich das Bundesfinale im Blick.

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