Flensburger Hochschulen : Die Exportschlager vom Campus

Würdiger Rahmen für strahlende Sieger: (v. li.) Gert Bendixen, Wiebke Storm, Maurice Steinhoff, Elisabeth Kose, Juliane van Daak, Franziska Delißen, Nils Grashof, Greta Reers, Sonja Körner sowie die Professoren Susanne Royer (Europa-Uni) und Rainer Kreuzhof (Hochschule).
Würdiger Rahmen für strahlende Sieger: (v. li.) Gert Bendixen, Wiebke Storm, Maurice Steinhoff, Elisabeth Kose, Juliane van Daak, Franziska Delißen, Nils Grashof, Greta Reers, Sonja Körner sowie die Professoren Susanne Royer (Europa-Uni) und Rainer Kreuzhof (Hochschule).

Pressestiftung zeichnet acht Hochschulabsolventen mit dem Dr.-Hans-Adolf-Rossen-Preis für Wirtschaft und Technik aus

shz.de von
29. März 2017, 10:29 Uhr

Sollte irgendwer in Flensburg jemals Zweifel gehegt haben an den Leistungen junger Absolventen vom Campus Sandberg und der Praxisnähe ihrer Arbeiten – er sollte einmal bei der Verleihung des Dr.-Hans-Adolf-Rossen-Preises dabei sein. Wer dort gestern Abend die Vorstellung der acht prämierten Bachelor- und Masterarbeiten verfolgte, wäre manchmal gern tiefer in die Arbeiten eingetaucht. Vor allem reifte die Erkenntnis: Hier verlassen junge Leute den Campus, die ihren Weg machen werden – und von denen hoffentlich der eine oder die andere der regionalen Wirtschaft oder Wissenschaft erhalten bleibt.

Zum Beispiel Sonja Körner: Sie kam nach dem Abi gezielt nach Flensburg, um sich an der Hochschule den Erneuerbaren Energien zu widmen. Sie hat sich mit Solarstrom in der Sub-Sahara beschäftigt und hofft auf den Zugang zu sauberer, nachhaltiger Energie bis 2030 auch für ärmere Weltregionen: „Um den anthropogenen Klimawandel zu stoppen, muss die Menschheit sich stärker international austauschen“, sagte sie sich gestern Abend in der Industrie- und Handelskammer überzeugt.

Oder Greta Reers, die über die Vorteile von Familienunternehmen im Globalisierungsprozess geforscht hat, kam bezeichnenderweise zur Preisverleihung vom Auslandspraktikum in Spanien. „Sie hat ihr Reisegeld in die Reise nach Flensburg investiert“, lobte Wirtschaftsprofessorin Susanne Royer. Greta Reers hat anhand der Silbermanufaktur Robbe & Berking – im Familienbesitz seit fünf Generationen – untersucht, wie es aus einem kleinen Unternehmen im Nischenmarkt gelingen kann, weltweit erfolgreich zu agieren.

Aber auch Preisträger wie Maurice Steinhoff, der Entscheidungsprozesse beim mittelständischen Software-Unternehmen Mac IT-Solutions untersucht hat, die an der Lise-Meitner-Straße moderne E-Commerce-Lösungen anbieten – oder Wiebke Storm, die für eine Lübecker Firma die Marke „Heiße Tasse“ wiederaufleben ließ: Mit der Auszeichnung von insgesamt acht Bachelor- und Masterarbeiten und 9000 Euro Preisgeld honoriert die Pressestiftung Flensburg herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus Wirtschaft und Technik. Der Preis stehe als Symbol für die Leistungskraft der Flensburger Hochschulen und für die enge Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft, lobte IHK-Präsident Uwe Möser. Und Gert Bendixen von der Pressestiftung erklärte, die selbstbewussten Hochschulen hätten einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung dieser Region geleistet: Die Flensburger Region, einst zum erweiterten Zonenrandgebiet zugehörig mit sinkenden Einwohner- und wachsenden Arbeitslosenzahlen, sei heute eine wachsender, florierender Ballungsraum – auch dank des Campus.

Eine Hoffnung eint die Wirtschaftsvertreter: dass möglichst viele der ausgezeichneten Absolventen in der Region sesshaft werden oder irgendwann zurückkehren.

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