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Standort Sonderburg : Die Europa-Uni blickt mit Sorge über die Grenze

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Sonderburg werden erfolgreiche Studiengänge zurückgebaut oder eingestellt. Europa-Uni-Präsident Werner Reinhart sagt Hilfe zu, um den Standort zu sichern. Die Kooperation mit Dänemark soll noch intensiver werden.

Flensburg | Der Orkan „Christian“ Ende Oktober 2013 hätte eine Warnung sein können – für ein „annus horribilis“, ein schreckliches Jahr 2014, wie Uni-Präsident Werner Reinhart gestern Abend beim Jahresempfang unkte. Beispiel Kieler Uni: „Im Verlauf der Auseinandersetzung um das Lehrkräftebildungsgesetz, das fast im Monatsrhythmus ein anderes Fächerspektrum für uns vorgesehen hatte, nahm uns unsere Schwesteruniversität in Kiel ins Visier und erklärte uns eine Art Krieg, ohne dass wir meiner Einschätzung nach durch eigenes Zutun hierfür einen Anlass geboten hätten.“ Die sogenannte Rückkehroption von Ex-Ministerin Wende holte Ende August die Ermittler ins Haus – irgendwann werde ein vorläufiges Ergebnis vorliegen, hofft Reinhart. „Das Ganze ist ein bisschen wie Angeln: Die Spannung liegt darin, dass ganz lange nichts passiert, aber jederzeit etwas passieren könnte.“ Schlimmer als ein Orkan der Windstärke 12 sei im Übrigen ein Durchsuchungsteam mit Personenstärke 11.

Reinhart hatte aber auch viel Positives zu berichten: Auf dem Weg zur Internationalisierung habe die Europa-Uni wichtige Etappenziele erreicht, etwa den erziehungswissenschaftlichen Master-Studiengang „Education in Europe“: „Besonders gefreut hat mich, dass wir bereits im laufenden Wintersemester unsere Quote von Studierenden mit Auslandsstudium auf 17 Prozent steigern konnten.“ Nicht minder optimistisch sei er, bis Jahresende alle fünf neuen europawissenschaftlichen Professuren besetzen zu können: „Auf das erste Mitglied dieses Quintetts – die neue Professorin für Europa-Soziologie – müssen wir nur noch gut 14 Tage warten.“

Reinhart kritisierte, dass in Sonderburg immens erfolgreiche Studiengänge zurückgebaut oder eingestellt würden. „An Sonderburg richte ich deshalb heute die Zusage, dass wir auch 2015 helfen werden, wo immer wir können, um den Standort zu sichern, selbst dann, wenn damit eigene Kosten verbunden sein sollten.“ Die Kooperation mit Dänemark und gerade mit der Süddänischen Uni soll noch intensiver werden. „Ohne die Einführung von Frühlings- und Herbstsemestern für die gesamte Universität kann uns dies nicht gelingen“, wiederholte Reinhart die Vorjahresforderung, Winter- und Sommersemester auf den internationalen Rhythmus umzustellen.

Reinharts 2014-er Bilanz fällt am Ende doch positiv aus: „Die Ausrufung der Europa-Universität, die erfolgreiche Akkreditierung aller 2013 gestarteten lehramtsrelevanten Fächer, die Einführung des Praxissemesters, unsere deutschlandweit einzigartige Vorreiter-Rolle auf dem Gebiet der Schuladoption – dies alles sind Indikatoren für innovative Weiterentwicklungen und Reformen.“

Als Vorsitzender der Landesrektoren mahnte Reinhart ausreichende Mittel zur Bewältigung der Herausforderungen an, vor die der doppelte Abiturjahrgang 2016 die Hochschulen stellen werde.

Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer verteilte Komplimente: „Die Profilbildung als Europa-Universität ist zukunftsweisend. Zwischen Hamburg und Kopenhagen muss Flensburg eine starke Position einnehmen. Starke Hochschulen sind ein Garant dafür.“ Und Flensburgs Oberbürgermeister brachte ein Grundsatzlob mit: „Die Hochschulen machen uns insgesamt als Stadt attraktiv – sowohl für die Studierenden und die Lehrenden als auch für die, die weder studieren noch lehren“, befand Simon Faber.

 

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erstellt am 12.Feb.2015 | 14:30 Uhr

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