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Flensburger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 04:33 Uhr

Flensburg : „Die Euphorie von 2015 ist weg“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Frühjahrsumfrage des Arbeitgeberverbandes zeigt eine deutliche Stimmungseintrübung bei den Umsatzerwartungen.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2016 | 15:30 Uhr

Flensburg | Nach dem besten Frühjahrsumfrageergebnis der vergangenen zehn Jahre 2015 war es fast zu erwarten gewesen: „An einigen Stellen sind die Umsatzerwartungen der Unternehmen deutlich eingetrübt“, sagt Fabian Geyer vom Arbeitgeberverband Flensburg – Schleswig – Eckernförde. Konkret heißt das: Immerhin 50 Prozent der befragten Unternehmen gehen von steigenden Umsätzen aus (Vorjahr: 72), 15 Prozent von Geschäft auf gleichem Niveau (Vorjahr: 14). Doch 35 Prozent der Firmen befürchten Umsatzeinbußen (Vorjahr: 14). „Die Euphorie von 2015 ist weg“, fürchtet Geyer. Der Pessimismus sei größer geworden.

Günstiger als im Vorjahr ist indes die Stimmung in der exportierenden Wirtschaft: Hier erwarten 32 Prozent steigende Umsätze (Vorjahr: 14), von gleichbleibenden berichten 53 Prozent (Vorjahr: 72), und 15 Prozent (Vorjahr: 14) fürchten schlechtere Geschäfte.

Die Investitionsneigung ist zugleich im Vergleich zum guten Vorjahr weiter gestiegen: 53 Prozent der Arbeitgeber wollen kräftiger investieren – fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Zugleich wollen sich 13 Prozent ähnlich stark engagieren (Vorjahr: 12) und 34 Prozent weniger (Vorjahr 40). „Die Investitionsnachfrage stimmt mich sehr positiv“, kommentierte der Verbandsgeschäftsführer. Viele Unternehmen nutzen den Schwung aus dem vergangenen Jahr und wollten jetzt investieren, so seine Erklärung. Dabei sei das Investitionsziel zu zwei Dritteln die Erneuerung (66 Prozent). Geyer: „Die Unternehmen machen sich fit in verschiedenen Bereichen und investieren zum Beispiel in eine neue Maschine oder Ausstattung.“ Für ihn zeigt das, dass die Unternehmen in diesem Jahr Gas gäben. Weitere 24 Prozent gaben an, dass sie in Erweiterung investieren wollten, lediglich zehn Prozent in Rationalisierung. Diese Quote war im vergangenen Jahr noch doppelt so hoch.

Beim Personal wird tendenziell weiter gesucht, wenngleich nicht mehr ganz so stark wie im vergangenen Jahr: 28 Prozent der Unternehmen gaben an, mehr Mitarbeiter einstellen zu wollen (Vorjahr: 32), mit 56 Prozent denkt die Mehrheit der Unternehmen nicht an Veränderungen, lediglich 16 Prozent der Betriebe erwägen die Verringerung ihrer Belegschaften. Dennoch zeigt sich auch hier die leichte Eintrübung der Konjunktur im Jahresvergleich: Im Vorjahr äußerten lediglich sieben Prozent solche Pläne. Dennoch sagt Geyer: „Es gibt immer noch eine gute Nachfrage nach Fachkräften.“

Auch die traditionell hohe Ausbildungsbereitschaft ist in der Region weiter vorhanden – allerdings auch hier gegenüber dem Vorjahr leicht verringert: Zwölf Prozent der Firmen wollen mehr ausbilden, 72 Prozent gleichbleibend – aber 16 Prozent weniger.

Zu der Frage, ob der „Drittpersonaleinsatz“, also Leih-, Werk- oder Dienstverträge, für das eigene Unternehmen wichtige Bedeutung haben, antworteten 30 Prozent mit „Ja“. Vor allem produzierende Betriebe fürchteten eine existenzielle Bedrohung, wenn hier die Möglichkeiten eingeschränkt würden, berichtete Geyer weiter.

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