Juniorwahl in Flensburg : Die etwas andere Wahl

Ab in die Box: Pascal Schröder bei der Stimmabgabe, hinten Matthias Nissen.
Ab in die Box: Pascal Schröder bei der Stimmabgabe, hinten Matthias Nissen.

Juniorwahl an der Flensburger Wirtschaftsschule: SPD und CDU liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen, Grüne und Linke stark, AFD schwach

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24. September 2017, 18:04 Uhr

Till Petersen sitzt am Ende des Tisches. Während die 18-jährige Farahnaz Haydari die Wahlbenachrichtigungen nach Klassen sortiert, passt er mit wachsamen Augen auf, dass alles seine Ordnung hat bei der Juniorwahl an der Handelslehranstalt (Wirtschaftsschule HLA). Er ist 16 Jahre alt, durfte seine Stimme am Sonntag noch nicht abgeben. An der Schule nutzt er diese Chance der Mitbestimmung. „Du musst den Wahlzettel zweimal falten, sonst passt er nicht in die Urne“, ruft er einer Mitschülerin zu. Alles muss korrekt ablaufen, wie bei der offiziellen Bundestagswahl auch.

120 Schüler des 10. und 11. Jahrgangs waren von den WiPo-Lehrern Matthias Nissen (32) und Mona Schäfer-Jansen (29) auf das Prozedere vorbereitet worden. „Ich habe sie da als politisch engagierter wahrgenommen, als ich zuvor dachte“, sagt Nissen, der erst seit Beginn dieses Schuljahres an der HLA unterrichtet. Und für seine Kollegin war es eine Sternstunde, als eine Schülerin ihr sagte: „Jetzt weiß ich endlich, was ich wählen möchte und warum.“ Die Klassen sind heterogen besetzt, viele haben einen Migrationshintergrund, die einen steuern den Realschulabschluss an, die anderen die Fachhochschulreife. Etwa 20 Prozent von ihnen sind minderjährig oder dürfen nicht wählen, weil sie keine deutsche Staatsbürgerschaft haben.

Das Ergebnis (siehe Info-Box) dürfte etwas überraschen, zumal die SPD viel stärker abschneidet als zu erwarten war. Linke und Grüne dagegen sind bei der jüngeren Wählerschaft traditionell angesagt. Die AfD wird mit einem Prozent abserviert – allerdings nur an der HLA.

Juniorwahl Ergebnis

Insgesamt gab es 117 gültige und 3 ungültige Stimmen.

Erststimme: CDU 36, SPD 38, Grüne 14, FDP 17, Die Linke 11, AfD 1.

Zweitstimme: CDU 39, SPD 35, Grüne 16, FDP 14, Die Linke 12, AfD 1.

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