Die ersten Plattdeutsch-Lehrer im Land mit Zertifikat

Julia Appelt,  Beret Behrens,  Christian Broderius,  Sabrina Hammer,  Ann-Kathrin Holling,   Rebecca Höper (nicht auf dem Foto),  Jana Hübsch  Birger Jürgens (fehlt),  Daniela Körner,  Florian Kruse,  Lena Lesch,  Katharina Lüdders-Richters,  Susanne Mahl,  Senta Parra (fehlt), Frederike Petersen,  Carolina Schurna (fehlt),  Malte Stachlowski,  Inga Wormuth mit Honorarprofessor Dr.  Willy Diercks (rechts) und dem  Studiengangsverantwortlichen Robert Langhanke  (links).
Julia Appelt, Beret Behrens, Christian Broderius, Sabrina Hammer, Ann-Kathrin Holling, Rebecca Höper (nicht auf dem Foto), Jana Hübsch Birger Jürgens (fehlt), Daniela Körner, Florian Kruse, Lena Lesch, Katharina Lüdders-Richters, Susanne Mahl, Senta Parra (fehlt), Frederike Petersen, Carolina Schurna (fehlt), Malte Stachlowski, Inga Wormuth mit Honorarprofessor Dr. Willy Diercks (rechts) und dem Studiengangsverantwortlichen Robert Langhanke (links).

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24. Juli 2014, 15:49 Uhr

Die Bemühungen der Flensburger Europa-Universität um das Niederdeutsche haben gestern Nachmittag mit einer kleinen Feierstunde ihren ersten sichtbaren Erfolg gezeigt. Bei 29 Grad im Schatten, Sekt und selbstgebackenem Kuchen haben die ersten 18 künftigen Niederdeutschlehrer für Grund- und Gemeinschaftsschulen ihr Zertifikat erhalten. Studiengangsleiter Robert Langhanke erinnerte daran, dass man im Wintersemester 2012/2013 mit dem Schwerpunkt gestartet sei: „Es ist die erste große Gruppe, die das Plattdeutsche zertifiziert bekommt. Die 27 Modellschulen für das Niederdeutsche im Land, zu denen im Flensburger Umland die Zentralschule Harrislee zählt, hoffen nun, möglichst bald einen der ersten zertifizierten Niederdeutschvermittler abzubekommen. „In einem Jahr Plattdeutsch an der Schule lernt man zwar nicht Plattdeutsch“, sagte Langhanke. Lediglich knapp ein Viertel der künftigen Niederdeutschlehrer sind im Elternhaus selbst mit dem Plattdeutschen aufgewachsen. „Es sind meist die Großeltern, von denen wir es ein bisschen mitbekommen haben“, sagt Absolventin Katharina Lüdders-Richters. Sie wird künftig in Finkenwerder unterrichten.

Nicht von ungefähr: „Hamburg ist bei den Bemühungen um das Niederdeutsche vorangegangen“, sagte Honorarprofessor Willy Diercks. Die Vermittlung der Regionalsprachen sei – allen Vorurteilen zum Trotz – ein wissenschaftliches Thema. Und so schwierig sei die Sprache nun auch nicht. „Wir haben das Sprachgefühl und wir haben die Literatur“, findet auch Katharina Lüdders-Richters. Dass das Plattdeutsche eine Sprache sei, die man nicht lernen kann, gehöre zu den gut gepflegten Vorurteilen.

Zehn Studierende haben sich nicht nur zwei Semester lang in den Seminaren mit der Hanse-Zeit oder Texten von Klaus Groth bis Fritz Reuter beschäftigt. Sie haben sogar eine Bachelor-Arbeit aus dem Niederdeutschen ausgesucht.

Zuweilen liegt der Forschungsgegenstand ganz nah, wie die Arbeit von Florian Kruse belegt: „Statistische Erhebungen zum plattdeutschen Sprachverhalten in der Familie Kruse“, so ihr Titel.

Wie sich der Stellenwert des Plattdeutschen verändert hat, belegen die Semesterpläne. Mittlerweile absolviere jeder Deutschstudent ein Niederdeutschseminar.

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