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Graf-Zeppelin-Straße : Die ersten Flüchtlinge in Weiche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

900 freie Plätze: Die Unterkünfte in der Graf-Zeppelin-Straße werden seit gestern belegt. Das Hostel sowie Ferienwohnungen sollen schnell geräumt werden.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 11:00 Uhr

Flensburg | Rund 900 Plätze für Flüchtlinge hat die Stadt seit dem Herbst in Weiche geplant. Gestern sind die ersten 13 Asylbewerber in der nagelneuen Unterkunft an der Graf-Zeppelin-Straße am Ende des Gewerbegebietes Sophienhof eingezogen. Weitere werden nicht nur durch Zuteilung aus den Landesunterkünften folgen (diese Woche kamen 22 Asylsuchende). Stadtsprecher Clemens Teschendorf erklärte gestern, dass weitere Flüchtlinge spätestens Ende des Monats aus dem Hostel und in einzelne, angemietete Ferienwohnungen an den Sophienhof umziehen sollen: „Im Hostel an der Exe sind zur Zeit noch 90 Personen untergebracht“, erklärte er. Diese vergleichsweise teuren und konfliktträchtigen Plätze möchte die Stadt so schnell wie möglich durch Umzug in die nagelneuen Eigenunterkünfte an der Zeppelin-Straße und mittelfristig auch am Friedensweg aufgeben: „Den Bestand optimieren“ heißt das im Amtssprache. Im Sophienhof sind zunächst drei der acht Häuser bezugsfertig. Die restlichen fünf sollen nach Abschluss der Zuwegungsarbeiten in Kürze folgen.

Maximal 320 Flüchtlinge können hier unterkommen – in vergleichsweise gutem Baustandard, der für zehn Jahre ausgelegt ist, aber mit wenig Infrastruktur für Einkaufen und Bildung sowie mittelprächtiger Busanbindung. Flensburgs mit maximal 576 Plätzen größter Flüchtlingsstandort am Friedensweg soll in den nächsten sechs Wochen bis Ende Mai fertiggestellt sein.

Mit derzeit rund freien 1000 Plätzen in ihren Flüchtlingsunterkünften sieht sich die Stadt für alle kurzfristigen Entwicklungen gerüstet: „Mit den Zuweisungen liegen wir seit Januar deutlich unter den Prognosen“, sagt Teschendorf. Statt 80 bis 90 wie im November und Dezember kamen zuletzt zwischen 17 und 22 Geflüchtete pro Woche nach Flensburg. Derzeit sind 1077 Asylbewerber und 151 unbegleitete Jugendliche in der Obhut der Stadt. Dazu leben in den städtischen Unterkünften noch rund 150 Personen, die zwar bereits anerkannt sind, aber auf dem freien Wohnungsmarkt noch keine eigene Bleibe finden konnten.

Zunächst nicht belegt werden kann die Unterkunft auf dem Sandberg auf dem ehemaligen Sportplatz der Löhmannschule an der Kanzleistraße. Obwohl die zweigeschossigen dänischen Häuser von außen fertig aussehen, ist weiter offen, wann die 140 Plätze belegt werden können: „Es gibt Probleme mit den dänischen Standards“, sagt Teschendorf. Dabei gehe es um Brandschutzfragen. Nördlich der Grenze werden die EU-Normen für den Brandschutz offenbar anders ausgelegt als südlich der Grenze.

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