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Flensburger Tageblatt

24. November 2017 | 01:24 Uhr

Flensburg : Die dreigeteilte Harniskaispitze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt schlägt verschiedene Zonen für die geräumte Fläche vor / Für drei unterschiedliche Nutzungen soll Platz geschaffen werden

Flensburg | Die Harniskaispitze wird dreigeteilt – das jedenfalls ist der Vorschlag der Stadt, der am Dienstag im Umwelt- und Planungsausschuss diskutiert wird. Statt sich für einen der zahlreichen Vorschläge zu entscheiden, regt die für das Areal zuständige Gesellschaft für Stadterneuerung an, die frei geräumte Fläche aufzuteilen: ein Drittel an einen kommerziellen Anbieter für Gastronomie, vielleicht in Kombination mit Veranstaltungen, ein weiteres Drittel an nicht kommerzielle Anbieter für Aktionen, Spiele und ähnliches und ein Drittel als allgemeine Aufenthaltsfläche mit Bänken und Grillplatz für jedermann.

Das Stückchen Stadt im Hafen, dreiseitig von Wasser umgeben, erlebt die turbulenteste Phase seiner Geschichte. Viele Jahre führte es ein Schattendasein, interessierte sich kaum jemand für die weitgehend verlassene Gewerbe-Immobilie. Es folgte die tragikomische Geschichte einer angeblichen Hightech-Ansiedlung: Wo heute Bootsbauer ihrem traditionsreichen Gewerbe nachgehen, sollten technisch höchst anspruchsvolle Flugboote montiert werden. Ein paar kreative Menschen erkannten als erste, dass aus den Träumen nichts wird und gründeten in und vor den leeren Gebäuden die Luftschlossfabrik.

Deren kurze Ära endete Anfang Februar mit der gewaltsamen Räumung, unmittelbar gefolgt vom Abriss aller Gebäude. Statt einer alternativen Kulturwerkstatt mit gelegentlichen Konzerten und einem Filmfestival, erweitert um ein paar Siedler in Bauwagen, hat Flensburg jetzt eine staubige öde Fläche ohne Nutzung.

Da sie zum östlichen Teil des Hafens gehört, wird im Zuge der vollständigen Neuplanung des Gebiets ab Werftkontor auch über die Zukunft der Harniskaispitze beraten und beschlossen. Doch das wird noch Jahre dauern. Die Zeit bis zu einer Bebauung oder einer dauerhaften Nutzung soll mit einer Zwischennutzung überbrückt werden, die am 1. August beginnen soll. Alle Bürger waren aufgerufen, Vorschläge zu machen, viele sind der Aufforderung gefolgt. Insgesamt kamen 78 Vorschläge, die zu 35 zusammengefasst wurden; nach Abzug der unzulässigen Nutzungen blieben 27.

Die von der Stadt vorgeschlagene Zonierung ist übersichtlich: Die Gastronomie soll das vermeintlich attraktive Filetstück in der Nordostecke erhalten, vermutlich mit Blick aufs Wasser. Die allgemeine Aufenthaltsfläche mit Rasen und Bänken sieht die Stadt an der Hafenseite mit den Stadtwerken vis à vis. Dazwischen wäre der Raum für die große Vielfalt. Für diesen Bereich gibt es zwar viele konkrete Vorschläge. Doch die Frage ist, wer am Ende bereit ist, sie auch konkret umzusetzen und wer die Finanzierung trägt.

Unabhängig von diesem Verfahren ist die Nutzung eines Teils der Fläche für „Public Viewing“ während der Fußball-Europameisterschaft; hier hatte der Planungsausschuss bereits seine Zustimmung gegeben. Gezeigt werden aber nur die deutschen Spiele, beginnend am Sonntag, 12. Juni, 21 Uhr.

Ein möglicher akustischer Konflikt zwischen dem Fußball-Event und dem Festival Midtsommerjazz im Ostseebad am 26. Juni (wir berichteten) wurde mittlerweile entschärft. Der Veranstalter des Festivals verlegt den Beginn um etwa drei Stunden nach vorn, so dass die Musiker voraussichtlich ihre letzten Zugaben spielen, wenn schräg gegenüber die Übertragung beginnt.

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