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Flensburger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 15:20 Uhr

Die deutsche Sprache im Ausland sichern

vom

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 03:59 Uhr

FLENSBURG | Die letzten zehn Wochen bleiben unvergesslich für die acht jungen künftigen Deutschlehrerinnen aus Polen und Finnland. Seit Ende Februar haben sie ein Mini-Referendariat in fünf Flensburger Grundschulen und einer Privatschule gemacht - im Rahmen eines Projektes der Lehrerbildungs-Einrichtung "Eule" und der Deutschen Auslandsgesellschaft für die Ostseeanrainerstaaten. Neben dem Schulpraktikum haben die jungen Finninen und Polinnen das Land und Hamburg kennengelernt.

"Die Organisation war perfekt", erzählt die polnische Studentin Agata Gontarz von der Universität Lublin. Sie hatte zuvor Angst vor Sprachbarrieren. "Zum Glück gab es aber überhaupt kein Problem bei der Kommunikation mit den Kindern", freut sie sich. "Sie korrigieren meine Fehler direkt." Die Polin hofft, dass ihr die Deutschkenntnisse und ein besseres Verständnis der deutschen Kultur in ihrem Job weiterhelfen.

Die 24-jährige Finnin Essi Kutramoinen von der Uni Tampere gesteht einige Vorbehalte gegenüber Flensburg. "Ich dachte, dass Norddeutschland kein schönes Gebiet ist", schmunzelt sie. Aber sie sei positiv überrascht worden. In der Schule Ramsharde habe sie sehr viel gelernt. Deutsch fiel der jungen Finnin zuerst schwer: "Das war keine Liebe auf den ersten Blick", erinnert sie sich.

Das Projekt für Studierende aus den Ostseestaaten fand bereits zum fünften Mal in Flensburg statt - mit dem Ziel, den Deutschunterricht im europäischen Ausland zu fördern. Die Kosten von 30 000 Euro tragen das Auswärtige Amt und das Land. Durch den zehnwöchigen Aufenthalt haben junge Deutschlehrkräfte die Möglichkeit, Deutschland intensiver kennen zu lernen, erläutert Koordinator Joachim Pahl.

Die Ergebnisse der Studentinnen nach dem Praktikum seien hervorragend, so der Geschäftsführer der Deutschen Auslandsgesellschaft, Martin Herold. "In beiden Teilen der Gruppe gab es Studentinnen, die nicht so perfekt sprachen, aber jetzt haben sie ihre Kenntnisse auf ein neues Niveau gebracht", fügt der akademische Direktor der Uni Flensburg, Wolfgang Schulz, hinzu.

Die Studenten haben in Gastfamilien gewohnt, die ein Budget für die Vollpension erhalten. Danach entstehen nicht selten enge Kontakte zwischen den Studenten und ihren Gastgebern, die über Jahren gepflegt werden, weißt Pahl. Insgesamt haben in Flensburg bereits etwa 50 künftige Deutschlehrer aus den Ostseestaaten ihr Mini-Referendariat gemacht - darunter nur ein Mann.

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