Wirtschaft in Flensburg : Die Daten-Händler

Start-Up aus dem Technozentrum: Sascha Thomsen, Sebastian Gajek und Marvin Kruse (v.l.).
Start-Up aus dem Technozentrum: Sascha Thomsen, Sebastian Gajek und Marvin Kruse (v.l.).

Gründer von Eciotify entwickeln Betriebssystem für sichere Bezahlvorgänge

shz.de von
29. August 2018, 18:09 Uhr

Kaum ein Haushalt existiert noch ohne „smarte“ Geräte. Egal ob Lampen, Fernseher oder der neue Kühlschrank – sie alle sind oft schon mit dem Internet verbunden, bestückt mit zahlreichen Sensoren, die Informationen über die Temperatur, das Nutzungsverhalten oder ihren Zustand bereitstellen. Deshalb haben die Gründer von Eciotify um den Kryptografie-Professor Sebastian Gajek (38), Sascha Thomsen (27) und Marvin Kruse (27) eine Entwicklung vorgelegt, die sie „Weeve“ nennen. „Weeve will dem Nutzer die Macht über diese Daten geben, damit jeder in der Lage ist, frei über die von ihm erzeugten Informationen zu entscheiden und sie gegebenenfalls sogar zu verkaufen“, sagt Marvin Kruse von der Eciotify GmbH aus dem Technologiezentrum.

Ein Jeep zum Beispiel sammele pro Stunde ein Gigabyte Daten, sagt Sebastian Gajek: Straße, Oberfläche, Temperatur, Verkehr und vieles mehr. „Hierzu haben wir ein sicheres Betriebssystem (also der grundlegendste Teil der Software auf einem Gerät) entwickelt, das auf genau diesen Geräten installiert werden kann, um ihren Daten und die Kommunikation mit der Außenwelt abzusichern.“ Gerade in Zeiten von zahlreichen Angriffen auf diese sogenannten „IoT“-Geräte (Internet of Things, also das Internet der Dinge) sei dies einer der wichtigsten Faktoren, der oft vernachlässigt wird. Kruse: „Dies ermöglicht es uns, eine sichere Ökonomie der Dinge aufzubauen, in der jeder Teilnehmer in der Lage sein wird, seine Daten zu verkaufen.“ Auch würden so schnelle autonome Bezahlungen möglich, etwa für ein Elektrofahrzeug, das etwas Strom kaufen möchte.

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