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Devise "Flensburg 100 000" : Die CDU will Flensburg zur Großstadt machen

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Spitzentrio nennt Bildung, Wohnungsbau, Tourismus, Wirtschaft und Finanzen als zentrale Themen.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 05:34 Uhr

Flensburg | Arne Rüstemeier ist in der CDU, seit er 17 ist. "Ich hatte schon immer das dringende Bedürfnis, Dinge zu verändern, wenn sie mir nicht gefallen", sagt er. Heute ist er 37, seit zwölf Jahren in der Ratsversammlung und mittlerweile an der Spitze der Flensburger CDU angekommen. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai rangiert der Vorsitzende des Ortsverbandes auf Platz 3 der Wahlliste.

Rüstemeier erklärt, warum die CDU für den Wahlkampf die Devise "Flensburg 100 000" gewählt hat. "Wir müssen auf die demographischen Veränderungen eingehen und den Wohnungsbau vorantreiben." Für Frank Markus Döring, Chef der CDU-Ratsfraktion, ist Flensburg "der entscheidende zentrale Ort der Region. Es ist unsere Chance, dass wir als Hauptstadt der Region zu mehr Einwohnern kommen."

Das für die CDU zentrale Thema Bildung vertritt Swetlana Krätschzmar, die an der Spitze der Wahlliste steht. Als sie in der Politik anfing, gab es 3000 Studenten an Universität und FH, heute seien es 9000. "Der Campus pulsiert", sagt sie, "wir müssen uns zum Campus bekennen und die Studenten für die Stadt begeistern." Döring wünscht sich, den Campus noch besser in die Stadt zu integrieren, zum Beispiel durch Bebauung und durch bessere Wegeverbindungen.

Bei den Schulen möchte die aus Russland stammende Politikerin zunächst die Vielfalt der Flensburger Bildungsangebote sichern. Der Ganztag sei ein ganz wichtiger Baustein: "Das System der Ganztagsschulen muss mit Inhalten gefüllt werden." Schulen hätten heute so viele Aufgaben, dass die Lehrer mit der Fülle der Aufgaben zum Teil überfordert seien. "Hier hat Kommunalpolitik Möglichkeiten der Gestaltung."

Zentrales Thema der Stadtplanung ist auch für die CDU die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes. "Wir müssen den Wohnungsbau dort realisieren", meint Rüstemeier. Die Problempunkte VfB Nordmark und Kühlhaus lassen sich aus Sicht der CDU lösen. So sei es möglich, das Kühlhaus in den neuen Stadtteil zu integrieren. Das gelte für den Sportverein nicht, deshalb müsse dessen Zukunft an anderer Stelle gesichert werden.

"Die Stadt muss sich wirtschaftsfreundlich aufstellen", fordert Frank Markus Döring. Man dürfe nicht jeden Investor gleich verdächtig machen. Bis 2016 brauche Flensburg zwei neue Hotels, "notfalls auch in den Kieler Anlagen." Im Tourismus sieht Döring die Chance, dass sich Flensburg "als Vier-Sterne-plus-Stadt" etabliere. Die Bahnanlagen an der Hafenspitze können entfallen, fügt Rüstemeier hinzu.

Die Flensburger CDU bekennt sich zu soliden Finanzen. Ziel sei ein ausgeglichener Haushalt. "Mit Tabus tun wir uns schwer", gesteht Döring, aber im Bildungsbereich dürfe keine Verschlechterung hingenommen werden. Effektivitätsgewinne in allen Bereichen seien aber möglich. Die Bettensteuer bringe nichts, da sie neues Personal erfordere. Sparpotential sehe er u.a. beim Landestheater, so Döring.

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