Benefiz-Aktion : Die Bürgerwette gegen die größte Not

Breiter gesellschaftlicher Schulterschluss: (von links) Carlo Jolly (Tageblatt), Burkhard Lauritzen (Nospa). Heiko Frost (Adelby1), Günter Fenner (Die Mürwiker), Gorm Casper (Taff), Hauke Nissen (Stadtschülerrat), Dirk Dillmann (Sportpiraten), Martin Hanisch (Kreishandwerkerschaft), Björn Both, Axel Stosberg, Andreas Fahnert (alle Santiano), Claudia Remark (Jobcenter), Fabian Geyer (Arbeitgeberverband), Manfred Werner (SG Flensburg-Handewitt und ETSV Weiche), Thomas Nonn (Schulrat), Karim Sahsah (Stadtschülerrat), Martina Krohn-Haut (Kinderschutzbund), Yvonne Braasch (Rote Straße), Peer Holdensen (Stadtwerke), Oberbürgermeisterin Simone Lange, Pröpstin Carmen Rahlf, Bürgerfonds-Beiratsmitglied Horst Bendixen, Diakoniepastor Thomas Nolte und Beiratsmitglied Susanne Kühn (Jacob Erichsen). Es fehlen: Achim Englert (Phänomenta), Gert Bendixen (Queisser Pharma), Raimund Dankowski (SBV), Paul Hemkentokrax (Aktiv-Bus), Maike Rotermund (Orion), Norbert Erichsen (FFG), Martin Wilde (Diako) und Wolfgang Fechner von Robbe & Berking
Breiter gesellschaftlicher Schulterschluss: (von links) Carlo Jolly (Tageblatt), Burkhard Lauritzen (Nospa). Heiko Frost (Adelby1), Günter Fenner (Die Mürwiker), Gorm Casper (Taff), Hauke Nissen (Stadtschülerrat), Dirk Dillmann (Sportpiraten), Martin Hanisch (Kreishandwerkerschaft), Björn Both, Axel Stosberg, Andreas Fahnert (alle Santiano), Claudia Remark (Jobcenter), Fabian Geyer (Arbeitgeberverband), Manfred Werner (SG Flensburg-Handewitt und ETSV Weiche), Thomas Nonn (Schulrat), Karim Sahsah (Stadtschülerrat), Martina Krohn-Haut (Kinderschutzbund), Yvonne Braasch (Rote Straße), Peer Holdensen (Stadtwerke), Oberbürgermeisterin Simone Lange, Pröpstin Carmen Rahlf, Bürgerfonds-Beiratsmitglied Horst Bendixen, Diakoniepastor Thomas Nolte und Beiratsmitglied Susanne Kühn (Jacob Erichsen). Es fehlen: Achim Englert (Phänomenta), Gert Bendixen (Queisser Pharma), Raimund Dankowski (SBV), Paul Hemkentokrax (Aktiv-Bus), Maike Rotermund (Orion), Norbert Erichsen (FFG), Martin Wilde (Diako) und Wolfgang Fechner von Robbe & Berking

Kann der Bürgerfonds im März Spenden einsammeln, die in Ein-Euro-Münzen als Turm den Stadtwerke-Schornstein erreichen würden?

shz.de von
18. Februar 2017, 07:22 Uhr

Vom Ergebnis dieser Wette sollen in Not geratene Flensburger profitieren: Der Bürgerfonds „Flensburg hilft“ wettet, dass Flensburg es schafft, im März aus Spenden mit Ein-Euro-Münzen einen so hohen Turm zubauen wie der Schornstein der Stadtwerke. Die Unterstützer kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft – von der Kita bis zum Arbeitgeberverband, von der Kirche bis zu Santiano, vom Handwerk bis zum Spitzensport.

Der Wetteinsatz: Sollte der Turm die Höhe nicht erreichen, werden Oberbürgermeisterin Simone Lange, Pröpstin Carmen Rahlf und Bürgerfonds-Beirat Stephan Richter einen Tag in einer sozialen Einrichtung helfen. Die zweite Flensburger Bürgerwette wird begleitet von zwei wöchentlichen Quizfragen mit schönen Gewinnen, darunter die Gretchenfrage nach der genauen Höhe und den benötigten Ein-Euro-Münzen.

Hintergrund der Bürgerwette ist die Entwicklung des Bürgerfonds: Die anhaltend gute wirtschaftliche Entwicklung kommt nicht bei allen Bürgern an. Kinderarmut hat sich in Flensburg verfestigt: Jedes vierte Kind gehört zu einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft – insgesamt fast 3000 Kinder in der Stadt.

Und so kommt es auch, dass der Bürgerfonds „Flensburg hilft“ von Diakonischem Werk, Stadt und Tageblatt bald mit seiner unbürokratischen Hilfe in der Not selbst bald Not leiden könnte. Der Flensburger Fonds hat in den fünf Jahren seines Bestehens schon 380  000 Euro ausgeschüttet und so einer vierstelligen Zahl in Zwangslagen geratener Bürger mit Einmalhilfen bis 300 Euro helfen können – immer dort, wenn keine Versicherung oder staatliche Stelle sich mehr zuständig fühlt: eine Jugendliche, die den Hauptschulabschluss nachholen möchte, aber keine Monatskarte für den Bus bezahlen kann, eine Rentnerin, die sich kein Hörgerät mehr leisten konnte, die teure Fahrt eines Mädchens in die Spezialklinik nach Hamburg, die niemand außer dem Bürgerfonds übernehmen wollte, oder schlicht Winterbekleidung für die Kinder – viele machen sich keine Vorstellung, woran Menschen verzweifeln.

So starten die Bürgerfonds-Partner Diakonie, Stadt und Tageblatt am 4. März eine zweite Bürgerwette nach der großen Aktion von 2014. Damals wettete der Bürgerfonds, mit vielen kleinen und Initiativen und Aktionen mehr Geld für den Fonds in Euro zu sammeln als die Stadt Einwohner hat. Nach gut vier Wochen standen 90  877 Euro unterm Strich. „Ich finde es eine großartige Aktion, weil wir zeigen können, dass wir Solidarität auch leben“, erklärte OB Simone Lange gestern zum Start. Sie gab sich optimistisch: „Ich hoffe, dass wir sogar auf 90  200 Euro kommen.“ Das ist Flensburgs aktuelle Einwohnerzahl.

Kontoverbindung: Diakonisches Werk, Bürgerfonds  IBAN: DE 35 2175 0000 0017 0680 02



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