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Benefiz-Aktion : Die Bürgerwette gegen die größte Not

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kann der Bürgerfonds im März Spenden einsammeln, die in Ein-Euro-Münzen als Turm den Stadtwerke-Schornstein erreichen würden?

Vom Ergebnis dieser Wette sollen in Not geratene Flensburger profitieren: Der Bürgerfonds „Flensburg hilft“ wettet, dass Flensburg es schafft, im März aus Spenden mit Ein-Euro-Münzen einen so hohen Turm zubauen wie der Schornstein der Stadtwerke. Die Unterstützer kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft – von der Kita bis zum Arbeitgeberverband, von der Kirche bis zu Santiano, vom Handwerk bis zum Spitzensport.

Der Wetteinsatz: Sollte der Turm die Höhe nicht erreichen, werden Oberbürgermeisterin Simone Lange, Pröpstin Carmen Rahlf und Bürgerfonds-Beirat Stephan Richter einen Tag in einer sozialen Einrichtung helfen. Die zweite Flensburger Bürgerwette wird begleitet von zwei wöchentlichen Quizfragen mit schönen Gewinnen, darunter die Gretchenfrage nach der genauen Höhe und den benötigten Ein-Euro-Münzen.

Hintergrund der Bürgerwette ist die Entwicklung des Bürgerfonds: Die anhaltend gute wirtschaftliche Entwicklung kommt nicht bei allen Bürgern an. Kinderarmut hat sich in Flensburg verfestigt: Jedes vierte Kind gehört zu einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft – insgesamt fast 3000 Kinder in der Stadt.

Und so kommt es auch, dass der Bürgerfonds „Flensburg hilft“ von Diakonischem Werk, Stadt und Tageblatt bald mit seiner unbürokratischen Hilfe in der Not selbst bald Not leiden könnte. Der Flensburger Fonds hat in den fünf Jahren seines Bestehens schon 380  000 Euro ausgeschüttet und so einer vierstelligen Zahl in Zwangslagen geratener Bürger mit Einmalhilfen bis 300 Euro helfen können – immer dort, wenn keine Versicherung oder staatliche Stelle sich mehr zuständig fühlt: eine Jugendliche, die den Hauptschulabschluss nachholen möchte, aber keine Monatskarte für den Bus bezahlen kann, eine Rentnerin, die sich kein Hörgerät mehr leisten konnte, die teure Fahrt eines Mädchens in die Spezialklinik nach Hamburg, die niemand außer dem Bürgerfonds übernehmen wollte, oder schlicht Winterbekleidung für die Kinder – viele machen sich keine Vorstellung, woran Menschen verzweifeln.

So starten die Bürgerfonds-Partner Diakonie, Stadt und Tageblatt am 4. März eine zweite Bürgerwette nach der großen Aktion von 2014. Damals wettete der Bürgerfonds, mit vielen kleinen und Initiativen und Aktionen mehr Geld für den Fonds in Euro zu sammeln als die Stadt Einwohner hat. Nach gut vier Wochen standen 90  877 Euro unterm Strich. „Ich finde es eine großartige Aktion, weil wir zeigen können, dass wir Solidarität auch leben“, erklärte OB Simone Lange gestern zum Start. Sie gab sich optimistisch: „Ich hoffe, dass wir sogar auf 90  200 Euro kommen.“ Das ist Flensburgs aktuelle Einwohnerzahl.

Kontoverbindung: Diakonisches Werk, Bürgerfonds  IBAN: DE 35 2175 0000 0017 0680 02

 



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erstellt am 18.Feb.2017 | 07:22 Uhr

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