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Suizidversuch : Die brennende Frau vom Schwarzental

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Opfer, Mitte 40, stammt von der ostafrikanischen Insel Mauritius und ist schon seit längerem in Flensburg. Auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund gibt es laut der Staatsanwaltschaft keine Hinweise.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2015 | 07:00 Uhr

Flensburg | Eine Zeugin erzählt am Montagabend erschüttert einigen Anwohnern von der Frau in Flammen auf dem Spielplatz Schwarzental. Im Van ermittelt die Kriminalpolizei, die Berufsfeuerwehr Flensburg ist noch vor Ort; zwei Rettungswagen und der Notarzt sind wieder weg. Das lebensgefährlich verletzte Opfer wurde in die Notaufnahme der Diako gebracht.

Die kleine Straße Schwarzental ist eine Sackgasse. Der Spielplatz liegt recht versteckt hinter einem lang gestreckten, mehrstöckigen Reihenhaus, grenzt an ein verlassenes Gelände der Bundeswehr, ist gesäumt von Bäumen. Der eine Zugang führt über eine steile Treppe, der andere über die Meiereistraße. Manche nennen die Gegend im nördlichen Flensburger Stadtteil Neustadt einen sozialen Brennpunkt.

Sie sei selbst in Sportkleidung unterwegs gewesen, berichtet die Zeugin den Nachbarn, habe deshalb überhaupt nichts am Leib getragen, womit sie der Frau hätte helfen können. Der junge Mann hingegen, der sie begleitete, habe zumindest eine Jacke getragen, mit der er geistesgegenwärtig sofort begonnen habe, das Feuer auf der Frau zu ersticken.

Anwohner haben gegen viertel vor sieben am Abend den Notruf gewählt. Als gruselig haben Augenzeugen das Erlebte geschildert und gesagt, dass keine Schreie zu hören gewesen sein sollen.

Von Anfang an halten Sprecher der Polizei gegenüber der Öffentlichkeit Einzelheiten über das schreckliche Geschehen zurück und verweisen auf einen sehr sensiblen Vorgang. Am Tag danach setzt die Kripo ihre Ermittlungen fort und erteilt die Staatsanwaltschaft Flensburg Auskunft. Staatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt bestätigt, dass es sich um einen Suizidversuch gehandelt haben soll. Zwischenzeitlich sei die Identität des Opfers ermittelt worden. Demnach handelt es sich um eine Frau Mitte 40, die aus Mauritius stammt und schon einige Jahre in Flensburg gelebt haben soll, in der Nähe des Tatorts. Vernehmungsfähig sei die Frau nicht, denn sie sei sehr schwer verletzt und schwebe in Lebensgefahr, sagt Ulrike Stahlmann-Liebelt. Inzwischen werde die Patientin in einer Spezialklinik in Lübeck behandelt.

Sogleich nach der Tat machten Gerüchte die Runde, dass sich zwei Männer kurz vor der Tat rasch vom Spielplatz entfernt haben sollen und auch ein ausländerfeindlicher Hintergrund wurde vermutet. Darauf gebe es jedoch keinerlei Hinweise, sagt Stahlmann-Liebelt.

 

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