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Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 18:13 Uhr

Die bahnbrechende Idee aus Niebüll

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

1953 wurde in Südtondern die erste deutsche Jugendfeuerwehr gegründet / Sonderbriefmarke: 50 Jahre Deutsche Jugendfeuerwehr

von
erstellt am 11.Aug.2014 | 19:05 Uhr

Wer hat’s erfunden? Die Niebüller waren es! Dort wurde 1953 die erste Jugendfeuerwehr nach heutigem Modell gegründet. Eine wegweisende Entscheidung, die die deutsche Post mit dem Bundesministerium der Finanzen mit einer Sonderbriefmarke würdigt. Das Unternehmen stellte eine 60-Cent Briefmarke vor, auf der Kinder bei der Lösch-Übung zu sehen sind.

„50 Jahre Jugendfeuerwehr“ ist zu lesen. Ein Jubiläum, das sich auf den 1964 in Berlin gegründeten Dachverband „Deutsche Jugendfeuerwehr“ bezieht. „Die Idee, die Jugend so früh wie möglich einzubinden, ist sogar schon um einiges älter als 50 Jahre“, heißt es jedoch in der Presseerklärung der Post – womit sie auch recht hat, denn 1885 mussten auf Föhr schon Jugendliche ran. Dort war oft Not am Mann, wenn es brannte und die Ehemänner auf See waren. So half der Nachwuchs mit Gründung einer Wehr schließlich beim Löschen. In der jungen Bundesrepublik schwappte die Initiative dann von der Insel aufs Festland über. In Niebüll initiierten Anfang der 50-er Jahre der damalige Amtswehrführer Franz Eck sowie Brandmeister Thomas Nielsen die erste Jugendfeuerwehr. „Dort aber waren die Jugendlichen nicht im Einsatzdienst eingebunden“, erklärt es Gemeindewehrführer Uwe Mussack. Sie löschten also nicht, sondern lernten. Mussack: „Man brachte sie, im Unterschied zur Insel Föhr, hauptsächlich zur Wehr, um für ausreichend Nachwuchs zu sorgen.“

Und so ist es noch heute. Der Funke aus Niebüll sprang über. Auch andernorts richteten Freiwillige Feuerwehren Jugendabteilungen ein. Schließlich wurde 1964 ein Dachverband ins Leben gerufen: die „Deutsche Jugendfeuerwehr“, die heute 260 000 Mitglieder im Alter von zehn bis 17 Jahren zählt und jetzt Jubiläum feiert.

In Niebüll wird die Jugendwehr nun schon seit 16 Jahren von Stefan Findeisen geleitet. Feuerwehrtechnisches Know-how, Fahrten, Zeltlager und jugendgemäße Freizeitgestaltung füllen den Dienstplan aus. Ein ereignisreiches Konzept, das fruchtet: Zwischen 60 und 70 Prozent der hiesigen Einsatzkräfte waren früher selbst einmal Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Die Sonderbriefmarke zu Ehren dieser jungen Hilfswilligen ist ab sofort an allen Verkaufsstellen der Post erhältlich.

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