"Klarschiff" : Die Bagger sind wieder da

Lagerhaus-Relikt: Nur der Sockel mit zwei Teilkellern blieb im August letzten Jahres. Nun vollenden die Bagger ihr Werk. Foto: dommasch
Lagerhaus-Relikt: Nur der Sockel mit zwei Teilkellern blieb im August letzten Jahres. Nun vollenden die Bagger ihr Werk. Foto: dommasch

Im August 2008 wurde das Kailagerhaus abgerissen. Danach ruhte "Klarschiff". Seit einer kommt gehts weiter mit dem millionenschweren Vorhaben.

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09. Dezember 2009, 12:19 Uhr

flensburg | Still ruhte der Sockel - über ein Jahr lang. Im August 2008 wurde das Kailagerhaus dem Erdboden gleichgemacht. Dann lag "Klarschiff" auf dem Trockenen. Nun kommt wieder Bewegung in den Abriss; ein Bagger gibt dem hart umkämpften Schuppen den Rest, bearbeitet das weiträumig umzäunte Fundament, auf dem dereinst das kombinierte Wohn- und Büroprojekt der Investoren Gerd Theilen und Hermann Höft thronen soll.

Warum lag das Gelände so lange brach? Es gab ungeklärte, auch unbequeme Fragen. Allen voran die, wie ein Fließgewässer in eine Tiefgarage zu integrieren sei. Die Idee, den Lautrupsbach um den Komplex herumzuführen, ist verworfen worden. "Wir werden den Bach jetzt unter dem Gebäude belassen", erklärte gestern Hermann Höft. Der Kanal werde saniert, "so dass er die nächsten hundert Jahre und länger hält". Mit der Maßnahme, den Bachlauf zum Hafen hin nach oben offenzulegen und darüber eine kleine Brücke zu errichten, folgt man einer Anregung des Stadtdenkers Henri Bava.

Durch diesen in architektonischer wie touristischer Hinsicht zu begrüßenden Schritt ist man gezwungen, das Kellergeschoss zu teilen. Nördlich des Baches sollen nun Abstellräume und die Haustechnik installiert werden, südlich davon entstehen 32 Stellplätze in einer Tiefgarage.
Gesamtvolumen von neun Millionen Euro
Höft kann sich seit gut einer Woche der ersehnten Baugenehmigung erfreuen, nachdem er einen nötigen Nachtrag zum Bauantrag geliefert hat. Die Zwischenzeit wurde genutzt, eine Erschließungsstraße zum Bellevue, Gastsegler- und Fischereihafen zu asphaltieren. Als nächstes kommen Altlasten auf die Investoren zu: Die Überreste eines ehemaligen Tanklagers müssen beseitigt werden. Den dafür nötigen Aufwand haben sie schon eruiert. "Das wird nicht unter 100 000 Euro kosten", seufzt Höft, der das Gesamtvolumen auf etwa neun Millionen Euro taxiert.

Erleichtert ist er darüber, dass die Bedenken der WiF aus dem Weg geräumt werden konnten. Die Wählergemeinschaft hatte bei der Kommunalaufsicht Beschwerde eingelegt, da sich der Bau nicht in die Umgebung einfüge. Er hätte nicht genehmigt werden dürfen, sondern einen Bebauungsplan mit Bürgerbeteiligung erfordert. Die Nutzung in dem modernen und ambitionierten Gebäude am Ballastkai ist laut WiF klammheimlich zum "Schwerpunkt Wohnen" verschoben worden.

Dieser Argumentation mochte die Behörde nicht folgen. Höft kann also fortfahren, im Sommer will er mit dem Rohbau beginnen, im Herbst 2011 soll "Klarschiff" einlaufen.

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