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Museumshafen Flensburg : Die Apfelfahrt wird orientalisch

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die 36. Auflage des beliebten maritimen Ereignisses findet vom 16 bis 18. Oktober auch im Zeichen des Morgenlandes statt.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | In diesem Jahr segelt die traditionelle Apfelfahrt des Museumshafen Flensburg in Richtung Orient. Das heißt nicht, dass die Segler Richtung Osten fahren, um frische Feigen zu holen. Es bedeutet viel mehr, dass die 36. Apfelfahrt ein neues Element aufgenommen hat. Erstmals findet das maritime Fest vom 16 bis 18. Oktober auch im Zeichen des Morgenlandes statt. Der Museumshafen hat die Eyüp Sultan Camii-Gemeinde mit ins Boot geholt, die an diesem Wochenende vor der Phänomenta ihr Herbstfest feiert.

„Das passt gut zusammen“, findet Sabine Große-Aust, die neue Vorsitzende des Museumshafens. „Als Tor zur Welt trägt jede Hafenstadt kulturelle Vielfalt.“ Am Wochenende führt der Weg zum Orient und zurück über die Schiffbrückstraße – und Große-Aust hofft auf regen kulturellen Austausch. Traditionell wird auf dem okzidentalen Bohlwerk während der Apfelfahrt nach dem Motto „Eine Region ernährt sich selbst“ mit landestypischen Leckereien gehandelt: Räucherfisch, frische Äpfel von Plantagen im Landkreis, heiße und kalte Leckereien, Gaukeleien, handgezupfte Musik, die beliebte Foto-Stellwand „Sturm auf der Doggerbank“ und vieles mehr. Der Orient steuert unter anderem türkischen Mokka und süßen Kuchen, Gegrilltes und eine nach islamischen recht notwendige Änderung der Geschäftsordnung der Apfelfahrt-Tombola bei: Weil Glücksspiel nur erlaubt ist, wenn es keine Nieten gibt, gewinnt in diesem Jahr jedes Los, sagt die Vorsitzende. Das geht von leckeren Naturalien über viele hochwertige Sachpreise bis zum Hauptgewinn, einem Rundflug über die Innenförde.

Traditionell sticht die Flensburger Flotte freitags gegen 13 Uhr mit Ziel Glücksburg in See. Nach der Ankunft (ca. 15 Uhr) muss auf der Fördebrücke geschuftet werden. Hand in Hand werden in einer Menschenkette eine Tonne Äpfel von einem Pferdefuhrwerk abgeladen und an Bord gebracht. Gegen 17 Uhr werden die Schiffe dann im Museumshafen zurück erwartet. Die große Hökerei findet wie gewohnt sonnabends und sonntags zwischen 10 und 18 Uhr auf dem Bohlwerk statt.

Für Sehleute gibt es zwei Möglichkeiten, das Wochenende als Seeleute zu beenden – und zwar an Bord des ehemaligen Postschiffes „Fulvia af Anholt“, das Sonnabend und Sonntag mit Gästen in See sticht. Auch die Freitagstour bietet die Möglichkeit, auf einem traditionellen Gaffelschiff zu segeln. Tickets gibt es an Bord, in der Flensburger Touristinformation (Telefon 0461 9090 920) oder im Büro Historischer Hafen im Fährkrug an der Schiffbrücke (Telefon 0461 1829 1801). Wer verkleidet kommt, hat übrigens mehr von der Apfelfahrt. Sabine Große-Aust verspricht jedem Gast in fantasievoller Kostümierung einmal freie Wahl unter den angebotenen Spezialitäten der Hafenmeile (am Apfelcafé melden). Auch Kuchenspenden sind dort sehr willkommen. Alle Einnahmen des Festes unterstützen die Sanierung des Hafenkrans von 1726.

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