zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 14:12 Uhr

Lindewitt : Die Angst feiert Silvester mit

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Reetdachhausbesitzer aus Sillerup fordern Verbot von Feuerwerk im Dorfkern.

Lindewitt | Wer beschäftigt sich im Frühjahr schon mit Silvester? Die Gemeindevertretung Lindewitt tat es. Ihr lag ein Antrag vor, sie möge zum Jahreswechsel das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im Ortskern von Sillerup untersagen. Der Hintergrund ist die Gefährdung von acht reetgedeckten Häusern in unmittelbarer Umgebung, die besonders brandgefährdet sind. Am vergangenen Silvestertag hatten die Antragsteller zwei Glutnester in ihrem frisch gedeckten Dach löschen müssen. Dies hätte schlimme Folgen haben können.

„Wir haben in den letzten zwei Jahren mit viel Schweiß und Geld dieses Haus saniert, um es in seinem ursprünglichen Zustand zu erhalten“, erläuterte Antragstellerin Maya Christiansen, die ebenfalls für die übrigen Reetdachbesitzer sprach. Schon häufiger hätten einige von ihnen die Überreste von Raketen nach dem Feuerwerk aus dem Dach gezogen, was ihnen nachträglich einen gehörigen Schrecken einjagt habe.

Bürgermeister Wilhelm Krumbügel führte aus, dass es gesetzliche Bestimmungen gebe, die das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe von Reetdächern verbieten. Aber auch die Gemeinde habe die Möglichkeit, durch eine entsprechende Verordnung dieses komplett zu untersagen. Nach längerer Diskussion kam die Vertretung überein, dass diese Thematik zunächst einmal in allen fünf Ortsbeiräten der Lindewitter Ortsteile beraten werden sollte, da sie alle betroffen seien.

Es gibt seit einigen Monaten neue straßenverkehrsrechtliche Bestimmungen, die zur Schulwegsicherung die bislang hohen Hürden die Einführung von Tempo-30-Zonen direkt an Schulen und Kindergärten absenken sollen. Allerdings gilt dies nur für Einrichtungen, die innerorts liegen. Die Schule und der Kindergarten Lindewitts liegen außerhalb der geschlossenen Ortschaft. „Es erschließt sich mir nicht, warum dieses Sicherheitsbedürfnis vor einer Schule und einem Kindergarten innerorts größer sein soll als außerorts“, betonte Krumbügel. Vor Jahren war es unter großen Mühen gelungen, die erlaubte Geschwindigkeit dort von 100 auf 70 Stundenkilometer zu senken. Die Gemeinde wird auf eine weitergehende Geschwindigkeitsreduzierung drängen.

Für das Dorf Lüngerau wurde der Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss für eine sogenannte Einbeziehungssatzung gefasst. Hintergrund ist die angedachte Erweiterung einer Jugendhilfeeinrichtung, die im Rahmen eines Generationenwechsels bei den Betreibern vergrößert und damit zukunftssicher aufgestellt werden soll. Zusätzlich können dort noch zwei weitere Wohnbaugrundstücke entstehen.

Nach langen Jahren liegt der Gemeinde nun die Eröffnungsbilanz zum Erstellungsdatum 1. Januar 2011 vor. Das Zahlenmaterial umfasst zwei gefüllte Ordner und beinhaltet die Aufstellung der Vermögensgegenstände der Gemeinde in Aktiva und Passiva. Sie wurde notwendig, weil zu diesem Zeitpunkt die doppelte Haushaltsführung für die Gemeinde eingeführt wurde und nun als Ausgangslage für die weiteren Berechnungen dient. Nun können auch die übrigen Jahresrechnungen geprüft werden.

In weiteren Beschlüssen wurde Kathrin Jessen als neue Vorsitzende des Ortsbeirates Lindewitt-Lüngerau bestätigt, die Fensterreinigung in Schule und Kindergarten neu vergeben und den vertraglichen Vereinbarungen zur Fahrbücherei des Kreises zugestimmt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen