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Neubaugebiet Glücksburg : Die alten Schätze des Bremsbergs

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Archäologen fanden Reste eines Grabes aus der Jungsteinzeit, 3000 bis 3500 Jahre vor Christus.

Noch vor den Erschließungsarbeiten im Baugebiet Groß-Bremsberg rückten die Archäologen aus Schleswig an. „Wir vermuteten dort mehrere vorgeschichtliche Grabmonumente“, sagt Grabungsleiter Leif Schlisio vom Archäolgischen Landesamt Schleswig-Holstein. Von April bis Juni wurde gegraben. Und tatsächlich fanden Schlisio und seine Kollegen Reste eines Grabes aus der Jungsteinzeit, 3000 bis 3500 Jahre vor Christus. Somit ist bewiesen, dass es bereits um diese Zeit eine Besiedlung auf dem Bremsberg gab.

„Einen Teil des Decksteins haben wir“, berichtet Dietrich Waldow vom Bremsberg. Der Hobbyarchäologe, der Führungen auf Glücksburgs „Dolmenpfad“ macht, wohnt ganz in der Nähe und half ehrenamtlich. Die Gräber, auch Dolmen genannt, wurden aus Geröll errichtet. Hohe, längliche Steine und Decksteine bildeten Kammern, in die man die Verstorbenen legte. Anschließend wurde alles mit Erde zugedeckt. Das Grab von Groß-Bremsberg war durch Ackerbau stark auseinander gezogen. Waldow zufolge möchte die Stadt den Deckstein am Parkplatz Schauenthal an der Holnisstraße aufstellen, 200 Meter vom Fundort entfernt. So ein Fund sei „identitätsstiftend“ für eine Gemeinde, meint Schlisio.

Ein paar kostbare Grabbeigaben nahm der Archäologe mit nach Schleswig in den Fundus von Schloss Gottorf: drei geschliffene Beile aus Feuerstein (Flint), verzierte Keramik und einen Anhänger aus Bernstein. Die gefundenen Keramik-Scherben lassen auf trichterförmige Gefäße schließen. Die sogenannte Zeit der „Trichterbecherkultur“ setzen die Archäologen um 3500 v.Chr. an. Erste Ackerbauer und Viehzüchter lebten damals in Dörfern zusammen.

Auch aus nachfolgender Zeit fanden die Archäologen Spuren von Besiedlung auf dem Bremsberg: Urnengräber und Müll aus der Zeit um Christi Geburt. Bei dem Abfall handelt es sich um weitere Scherben und Kompost – zu sehen in „humoser Erde“, so Archäologe Schlisio.






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