zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

20. September 2017 | 09:41 Uhr

Diako-Technik für Norwegen und China

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Krankenhaus vertieft Kooperation mit internationalen Partnern / Ministerin Kristin Alheit reist zur Vertragsunterzeichnung an

Mit einer Vertragsunterzeichnung soll die Zusammenarbeit in der Prostata-Diagnostik zwischen der Urologischen Klinik der Universität Zhejiang und der Diako-Klinik für Urologie vertieft werden. Die Kooperation war auf einer China-Reise des Ministerpräsidenten Torsten Albig mit Delegation im November 2013 beschlossen worden. Auch soll eine Kooperation der Diako Flensburg mit Norwegen ausgebaut werden.

An einem Rundgang durch die Diako-Klinik für Urologie nahmen gestern unter anderem auch Gesundheitsministerin Kristin Alheit und ein Vertreter des Chinesischen Generalkonsulats Hamburg sowie die verantwortlichen Chefärzte Prof. Tillmann Loch und Prof. Li-Ping Xie teil. Erläutert wurde bei dem Rundgang neben einer Simulation einer hochmodernen 3-D-Operation die von Loch entwickelte Methode der Prostata-Diagnostik, die nun auch chinesischen und norwegischen Patienten zugute kommen soll.

Bei der Methode wird die ultraschallbasierte computergestützte neuronale Netzwerk-Analyse (ANNA/C-TRUS) eingesetzt, die die Diagnose von Prostatakrebs erleichtert. „Mit Hilfe von ANNA konnten wir bereits sechs Fälle in China entdecken“, erklärte Prof. Xie. Die Ultraschall-Daten kommen aus China nach Flensburg und werden hier ausgewertet. Und Dr. Dagfinn Aarskrog, ein norwegischer Allgemeinarzt, führte an, dass ANNA auch bereits norwegischen Patienten helfen konnte.

Erhöhte Blutwerte des nur in der Prostata vorkommenden „prostataspezifischen Antigens“ (PSA) können Ärzte auf gut- und bösartige Veränderungen in der Prostata aufmerksam machen. Um dann zu klären, ob es tatsächlich zum Wachstum eines bösartigen Tumors gekommen ist, entnehmen die Mediziner in der Regel zehn bis zwölf Gewebeproben. Diese untersucht der Pathologe unter dem Mikroskop auf Krebszellen. „Je früher ein Karzinom erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine Heilung“, so Prof. Loch. „Entscheidend für die Wahl der richtigen Behandlung ist aber eine exakte Bestimmung der Aggressivität und des Tumorstadiums in der Diagnostik.“

Die üblichen, räumlich systematisch – etwa wie beim Schiffeversenken – aufgeteilten Gewebeentnahmen der Prostata beruhen auf dem zufälligen Treffen eines Tumors. „Das ist vergleichbar mit einem Lotteriespiel, bei dem es ein seltener Zufall ist, wenn man den Tumor in seiner größten Ausdehnung und an der Stelle seiner höchsten Aggressivität trifft“, sagt Loch. Das schlimmste Szenario sei, einen großen aggressiven Tumor gar nicht oder nur am Rand zu treffen und dadurch fälschlicherweise zu glauben, es wäre nur ein kleiner Tumor.

Mittlerweile kann das Verfahren weltweit genutzt werden. „Teilnehmen können alle Urologen, deren Ultraschallgerät in der Lage ist, die Bilder digital zu speichern“, sagt Loch.






zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen