Serie: Gesundheitstipps : Diako hilft im Sommer: Achtung, Verbrennungen!

.Sofortiges Kühlen hilft bei Wespenstichen und Verbrennungen: Beim Einsatz von Kühlpads ist allerdings Vorsicht geboten – wegen der Gefahr von Erfrierungen.
.Sofortiges Kühlen hilft bei Wespenstichen und Verbrennungen: Beim Einsatz von Kühlpads ist allerdings Vorsicht geboten – wegen der Gefahr von Erfrierungen.

Kinderarzt empfiehlt Kühlung mit Wasser und rät zu Vorsicht bei Kühlpads

shz.de von
10. Juli 2018, 06:26 Uhr

Der Sommer ist die schönste Jahreszeit. Doch es gilt, bestimmte gesundheitliche Risiken zu beachten. Ärzte der Diako geben Ratschläge, wie man Gefahren begegnet. Heute noch einmal: Dr. Michael Dördelmann, Chefarzt der Diako-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Teil 2).

Verbrennungen bei Kindern nehmen in der warmen Jahreszeit zu. Ein Grund dafür ist die Grillsaison. „Das passiert häufig am Grill selbst, wenn kleine Kinder für einen Moment unbeaufsichtigt sind“, sagt Dr. Michael Dördelmann. Aber manchmal hantierten Kinder auch mit Brandbeschleunigern wie Brennspiritus, weil sie es bei den Eltern beobachtet haben. „Bei einer Verbrennung zählen Sekunden, um die Wärme aus dem Gewebe zu ziehen“, betont Dördelmann. „Schnelles Kühlen reduziert die Wundtiefe und stillt den Schmerz.“

Dabei sollte immer darauf geachtet werden, dass das Kind nicht auskühlt. Am besten sei nicht zu kaltes Wasser, das ungefähr 20 Grad warm ist und sich an den Händen angenehm anfühlen sollte. Der Kinderklinik-Chef der Diako rät zu einer Kühlung von fünf bis höchstens zehn Minuten.

Bei einer erstgradigen Verbrennung, die an einer Rötung der Haut wie bei einem Sonnenbrand zu erkennen ist, reiche die oben beschriebene Kühlung aus. Die Bildung einer Blase sei eines der Symptome für eine schlimmere Verbrennung. „Eine Ausdehnung von mehr als zehn Prozent der Körperoberfläche ist als kritisch anzusehen“, erklärt Dördelmann. In dem Fall gehöre das Kind in eine Klinik, das gelte auch für alle Verbrennungen an Gelenken, Genitalien und im Gesicht, da auch die Augen davon betroffen sein könnten.

Zur Vorsicht rät der Kinderarzt bei Kühlpads, die möglichst nicht eingesetzt werden sollten: „Bei zu starker Kühlung mit Eis oder Eiswasser kann es zu Schäden bis hin zu Erfrierungen kommen.“ Keinesfalls sollten Brandsalben oder Öl zum Einsatz kommen, die verhindern, dass Sauerstoff zur geschädigten Haut gelangt, und die die Hitze im Gewebe festhalten. Ungeeignet seien auch Mehl oder Puder: „Das verklebt die Wunden und muss vom Arzt erst mühsam und für das Kind schmerzhaft aus den Wunden gewaschen werden.“

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