Krankenhaus : Diako bündelt Angebote

Drei Therapie-Praxen arbeiten jetzt unter einem Dach. Kliniknähe erleichtert den Kontakt zu Patienten.

shz.de von
26. März 2013, 07:10 Uhr

Flensburg | Direkt am Burgplatz haben die Ergotherapiepraxis, die Bewegungstherapie und die Hebammenpraxis der Diakonissenanstalt ein neues Zuhause gefunden. Unter einem Dach in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus werden die Patienten ab sofort im Wackerhaus behandelt. Vor allem für die Praxis der Ergotherapie, die sich bisher in der Alten Post befand, bedeutet der Umzug eine große Verbesserung.

"Wir haben hier viel mehr Platz, und die Räume sind modern und freundlich eingerichtet", freut sich Hanna Ohlsen, Leiterin der Praxis. Die räumliche Nähe zur Klinik für Psychiatrie sei zudem ein großer Vorteil: "So können die Kontakte zu den Patienten schon während der stationären Behandlung geknüpft werden", erklärt Frank Oetzmann, der die Gesamt-Ergotherapie der Diako leitet. Die Wege sind kürzer und die Vernetzung daher besser", findet Oetzmann. Durch die Ansiedelung entstehe ein sozialpsychiatrisches Zentrum mit direkter Anbindung an das Krankenhaus, so Psychiatrie-Chefarzt Frank Helmig.

Seit Dezember werden bereits die ersten Patienten in den Räumen behandelt. Das Team habe bisher nur positive Resonanz erhalten. Dabei spiele die ansprechende Gestaltung, aber auch die Funktion der Praxis als Schutzraum eine große Rolle. "Wenn die Patienten zu uns kommen, dann soll es sich in der Zeit nur um sie drehen. Wir bieten ihnen hier einen sicheren Raum und Therapeuten, die für sie da sind", erklärt Hanna Ohlsen das Konzept.

Die ganzheitliche Behandlung des Patienten stehe dabei im Mittelpunkt. So werden bei der Ergotherapie im Wackerhaus Motorik, Sensorik und Psyche mit einbezogen. Besonders als Anschlussbehandlung nach einem Krankenhaus-Aufenthalt sei diese Therapieform besonders wichtig. "So kann eine stationäre Wiederaufnahme verhindert werden. Die Führung eines selbstbestimmten Lebens steht bei der Behandlung im Vordergrund", erklärt Frank Helmig. Die Therapie kann auch von Haus- oder Fachärzten verordnet werden.

Besonderer Favorit der Patienten im Wackerhaus ist Therapiehund Wilson. Zweimal in der Woche begleitet er die Behandlung. "Das ist meines Wissens hier in der Gegend einmalig", erklärt Ohlsen. Das kuschelige Tier habe zu den Menschen einen ganz anderen Zugang als die Therapeuten. "Wenn er den Raum betritt, dann leuchten die Augen. Er wirkt entspannend und baut Ängste ab", erklärt die Ergotherapeutin.

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