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Gesundheit im Flensburger Sommer : Diako: Bei Hitze braucht das Herz Erholung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beim Urlaub in wärmeren Regionen sind Kreislaufbeschwerden ein Alarmzeichen - ein lauwarmes Bad kann Erleichterung bringen.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 10:37 Uhr

Gesundheit im Sommer – kein großes Thema in der aktuellen Wetterlage, aber rasant steigende Temperaturen und abrupte Wechsel der Wetterlagen können empfindliche Menschen schon in Schwierigkeiten bringen. Und auch Sportarten, die vor allem im Sommer praktiziert werden, bringen Medizinern viele Behandlungsfälle. Die Fachleute des Diakonissenkrankenhauses geben Hinweise für einen gesunden Sommer – dieses Mal geht es ums Herz.

Es ist eine der häufigsten Erkrankungen im Alter und die häufigste Ursache für Krankenhauseinweisungen: die Herzschwäche, im Fachjargon „Herzinsuffizienz“ genannt. Unter den 65- bis 75-jährigen Menschen sind zwei bis fünf Prozent betroffen, bei den über 80-Jährigen ist es bereit jeder zehnte. Laut einer Analyse einer Krankenkasse ist bis 2030 mit einer Zunahme von 31 Prozent zu rechnen.

„Vereinfacht gesagt, nimmt bei der Herzschwäche die Pumpleistung des Herzmuskels ab, der Körper kann so nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, und der gesamte Stoffwechsel leidet unter der Minderversorgung. Die ersten Symptome sind Kreislaufprobleme, Kurzatmigkeit, leichte Erschöpfbarkeit, Müdigkeit und Wasseransammlungen, häufig in der Lunge oder den Beinen. Das geschwächte Herz schafft es nicht, das Blut in ausreichendem Maße in den Körper zu pumpen, so dass es zurückstaut“, erläutert Prof. Christoph D. Garlichs, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Diakonissenkrankenhauses.

Oft unbekannt bei den Betroffenen sei, dass sie im Sommer oder im Urlaub in wärmeren Regionen Vieles beachten müssen: „Um das Herz bei Herzschwäche zu entlasten, wird ärztlicherseits oft empfohlen, die tägliche Trinkmenge zu begrenzen. Dies muss nach oben angepasst werden, wenn es zu vermehrtem Schwitzen kommt: Dann ist tägliches Wiegen angesagt – als Anhaltspunkt gilt, die Trinkmenge ist richtig, wenn das Gewicht gleich bleibt“, so der Kardiologe. „Wenn ein Betroffener trotzdem abnimmt, sollte der behandelnde Arzt aufgesucht werden, da möglicherweise die Medikamente angepasst werden müssen. Dies gilt für die oft notwendigen Entwässerungsmittel, so genannte ’Wassertabletten’, aber auch andere Medikamente, etwa Blutdruckmittel. Bei einer geplanten Urlaubsreise sollte dies zuvor mit dem behandelnden Arzt besprochen werden“, rät der Experte.

Ein weiteres Problem des Herzpatienten sei es, dass für Kühlung und Schwitzen mehr Herzleistung benötigt werde als normalerweise. Daher könne es bei Herzschwäche auch zu einer Überhitzung des Körpers kommen. „Dies drückt sich in Kreislaufbeschwerden und Mattigkeit, eventuell auch Kopfschmerzen aus“, so Garlichs. Leichte Bewegung oder leichtes Ausdauertraining könne dann in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Die Mittagshitze sei zu meiden, ein lauwarmes Bad könne Linderung bringen. „Die Abkühlung und Bewegung in Schwimmbädern wirkt sich grundsätzlich auch bei Herzschwäche, allerdings nur bei den leichten Formen, positiv aus. Zu beachten ist hierbei, dass der Wasserdruck auch schon in geringer Tiefe bewirkt, dass Flüssigkeit aus dem Gewebe vermehrt zum Herzen zurücktransportiert wird. Dies kann das Herz durchaus belasten. Kurze Schwimmphasen sind daher besser als lange. Treten Symptomveränderungen nach dem Schwimmen auf, sollte unbedingt der Hausarzt zu Rate gezogen werden, da möglicherweise eine Medikamentenanpassung auch hier Besserung bringt“, ist der Tipp des Kardiologen. Sei das Wasser sehr kalt, wie in Nord- und Ostsee, so sei allerdings eine langsame Wassergewöhnung anzuraten. „Bitte kein Kopfsprung ins kalte Wasser“, rät Garlichs. „Herzschwäche beginnt oft schleichend und bleibt häufig lange unerkannt. Dies kann für die Betroffenen gefährliche Folgen haben. Deshalb bemühen wir uns, das Wissen um diese Erkrankung in die Bevölkerung zu tragen.“

Wer mehr wissen möchte, ist zu einem Informationsnachmittag zum Thema „Herzschwäche: Ursachen, Folgen und Therapie“ am 22. September um 14 Uhr im Fliednersaal des Diakonissenkrankenhauses eingeladen. 


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