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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 14:10 Uhr

Deutschlands beste Segelfliegerin

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schon als Kind war die Flensburgerin regelmäßig auf dem Flugplatz Schäferhaus: Jetzt ist Ulrike Teichmann Deutsche Meisterin im Streckenflug

Die gebürtige Flensburgerin Ulrike Teichmann (45) besucht dieses Wochenende ihre Heimatstadt – und bringt ihren bislang größten sportlichen Erfolg mit. Sie sicherte sich in Hockenheim (Baden-Württemberg) den ersten Platz bei der Deutschen Segelflugmeisterschaft der Frauen.

Aufgewachsen ist sie auf dem Flugplatz Flensburg-Schäferhaus, wo ihre Eltern Harro und Ortrud Teichmann ihrem Hobby als Motorflieger frönten. „So war es ganz natürlich, so schnell wie möglich selbst fliegen zu wollen – und das geht bekanntlich am ehesten im Segelflugzeug“, erinnert sich die Pilotin. Als besonders schön hat sie die engen Kontakte zu befreundeten Jugendgruppen überall in Schleswig-Holstein in Erinnerung. Bis Bayern und Berlin reiste sie zu Trainingsflügen mit den Vereinsflugzeugen des LSV Flensburg im Pkw-Anhänger.

Nach ihrem Abitur am Alten Gymnasium zog sie nach Berlin, um dort Veterinärmedizin zu studieren. Nur während jener Zeit trat sie in ihrem Hobby kürzer. Seit 1998 arbeitet sie als Laborleiterin in der biologischen Grundlagenforschung in Göttingen und fliegt seitdem im LSV Hofgeismar mit ihrem Lebensgefährten – ebenfalls ein aktiver Segelflieger.

1996 nahm sie zum ersten Mal an einer Deutschen Frauenmeisterschaft in Hirzenhain (Hessen) teil, mit ihrer Freundin Elke Fuglsang-Petersen, die sie in ihrer Jugend im LSV Kiel kennen gelernt hatte. 2012 wurde Ulrike Teichmann zum ersten Mal Deutsche Vizemeisterin und Mitglied der Segelflug-Nationalmannschaft. 2014 wiederholte sie diesen Erfolg. Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Dänemark errang sie den siebten Platz. Jetzt ist sie qualifiziert für die WM 2017 in Zbraslavice (Tschechien).

In Hockenheim krönte sie ihre bisherige Laufbahn mit dem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft der Frauen. Im Odenwald, an der Bergstraße sowie im Kraichgau fand sie mit ihrer Teampartnerin Conny Schaich eher schwierige Wetterbedingungen vor, doch konnten beide diese offenbar besser nutzen als andere. Segelflieger wünschen sich, genau wie die Vögel neben ihnen, vor allem Aufwinde (Thermik). Richtung Schwarzwald und Schwäbische Alb ging es dann auf einen 360-Kilometer-Dreiecksflug, den größten Flug bei diesem Wettbewerb. Die ersten Flüge verliefen für beide sehr gut, so dass sie am letzten Tag mit einem sehr großen Punktevorsprung fliegen konnten. „Im Landeanflug wusste ich, dass ich die neue Deutsche Meisterin bin – ein tolles Gefühl.“

So oft es ging begleitete sie ihr Vater zu den Wettkämpfen, der dafür sogar Urlaub nahm oder seine eigenen Pläne entsprechend anpasste. „Mein Vater ist mein unentbehrlicher technischer Experte“, was kein Wunder ist, denn Harro Teichmann war viele Jahre Flugzeugwart, Technischer Referent im Vorstand sowie Fluglehrer des Flensburger Luftsportvereins. Wenn Ulrike Teichmann nun zu seinem Geburtstag in ihrer Heimatstadt eintrifft, wird außer seinem Ehrentag auch ihr Sieg bei der Deutschen Meisterschaft gefeiert.

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