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Pattburg : Deutsche und dänische Polizisten gemeinsam auf Streife

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Kriminalität macht nicht an der Grenze halt. Die Polizei in Deutschland und ihre dänischen Kollegen wollen intensiver kooperieren. Gemeinsame Streifen sind geplant.

Pattburg | Der schleswig-holsteinische Innenminister Andreas Breitner (SPD) hat die Entscheidung für gemeinsame Streifen von dänischer Polizei sowie schleswig-holsteinischer Landes- und Bundespolizei im Grenzgebiet als „historisch“ bezeichnet. Damit würden deutsche Uniformen auf dänischem Hoheitsgebiet zu sehen sein, sagte Breitner am Dienstag. „Das ist etwas, was in Dänemark in der Vergangenheit sehr kritisch und sensibel betrachtet wurde.“ Die binationalen Streifen werden künftig sowohl in Deutschland als auch in Dänemark unterwegs sein.

Breitner dankte der dänischen Regierung, die sich „sehr kooperativ“ gezeigt und „emotionale Hürden überwunden“ habe. „Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist.“ Ausschlaggebend sei die vertrauensvolle Zusammenarbeit von deutschen und dänischen Polizeibehörden, die seit 2004 in einer Bürogemeinschaft im Verbindungsbüro im dänischen Pattburg kooperieren. 2011 wurde die Bürogemeinschaft in „Gemeinsames Zentrum der deutsch-dänischen Polizei- und Zollzusammenarbeit“ (GZ) umbenannt. „Ein Stück europäische Normalität hält dort Einzug an der deutsch-dänischen Grenze“, sagte Breitner.

Geplant ist, dass je zwei Polizeibeamte aus Deutschland und Dänemark in Uniform oder in Zivil in einem Funkstreifenwagen oder zivilen Fahrzeug im Grenzbereich Streife fahren. Die Beamten sind nach Angaben des Kieler Innenministeriums bewaffnet. Das Operationsgebiet der Streifen erstreckt sich von der Landesgrenze 25 Kilometer nach Dänemark und 30 Kilometer nach Deutschland hinein. Die Fahrzeuge können die Landesgrenze frei passieren.

Über Jahrzehnte hinweg habe es Diskussionen über die Verfolgung von Straftätern im Grenzgebiet gegeben, sagte Breitner. Nun seien die binationalen Streifen auf ein Jahr projektiert, damit dann Erfahrungen ausgewertet werden können. Grundsätzlich sollen die Streifen aber zeitlich unbegrenzt sein.

Immer wiederkehrendes Thema für die Beamten im Grenzgebiet ist etwa der Schmuggel der Kaudroge Khat. Regelmäßig wird das Rauschgift in Jutesäcken verpackt bei Fahrzeugkontrollen an der A7 Richtung Norden entdeckt. Vom Amsterdamer Flughafen Schiphol führt der Weg der Schmuggler über Deutschland nach Skandinavien. Auch der Kampf gegen Schleuserbanden und Fahrzeugdiebstähle gehört zum Alltag im Grenzgebiet.

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erstellt am 02.Sep.2014 | 06:50 Uhr

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