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Flensburger Tageblatt

23. September 2017 | 15:06 Uhr

Deutsch-dänische Raritäten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Autorin Karin Johannsen-Bojsen las in der Buchhandlung Rüffer

Geschichtsbücher können viel Wissen vermitteln, doch solch ein lebendiger Vortrag wie der von der Autorin Karin Johannsen-Bojsen würde zur Spannung jedes Geschichtsunterrichts im Grenzland erheblich beitragen. Nur alle zehn Jahre liest sie in einer deutschen Institution in Flensburg. So erschien das deutsch-dänische Publikum in der Buchhandlung Rüffer zahlreich.

Es sollte eine Lesung werden im Rahmen der Veranstaltungsreihe von drei Buchhandlungen und der Stadtbibliothek, die anlässlich des Welttags des Buches den Band „Klangraum- Erzählungen aus Schleswig-Holstein“ in Flensburg vorstellen. Es wurde weit mehr: eine unterhaltsame Einführung in die Familiengeschichte der Schriftstellerin, eine Zeitreise in die Historie des Grenzlandes und ein Erinnnern an politische Aktivitäten als Flensburger Ratsmitglied für die dänische Minderheit. Dass Karin Johannsen-Bojsen außerdem zwölf Jahre im Vorstand des ZDF-Fernsehrates tätig war, von 1966-2000 als Lehrerin an der Duborg-Schule arbeitete und umfangreiche Bücher schreibt, zeugt von viel Begeisterung für ihre Arbeit.

Johannsen-Bojsens Eltern lebten nicht nur sprachlich im grenzübergreifenden Babel: Deutsch, Dänisch, Plattdeutsch und Sønderjysk gehörten in den Alltag und auf dieser Grundlage hat die Autorin später politisch agiert. Sie will Brücken zu Menschen bauen auf den Pfeilern der dänischen Identität.

Anschaulich schilderte sie ihre Kindheit als Tochter des Weinhändlers Otto und Mary Johannsen (Johannsen-Rum) und würzte die Fakten mit Anekdoten: wie beispielsweise Friedrich der VII. ihren Großvater um Geld anpumpte und es niemals zurückzahlte.

Bei der Lesung einiger Gedichte, die die Autorin schon als junges Mädchen schrieb, wurde es still in der Buchhandlung, denn darin wurden bekannte Kriegserfahrungen verarbeitet.

Der erste Roman erschien 1987 und die ihm entnommene Erzählung „Ein Tischgespräch in Kopenhagen“ ist im „Klangraum“ veröffentlicht. Der Herausgeber Prof. Heinrich Detering habe bewusst eine „extreme politische Position“ in der Fiktion zeigen wollen, sagt Johannsen-Bojsen. Dazu kann man ihn persönlich am 7. Mai in der Buchhandlung Hugendubel befragen.


Die Bücher der Autorin sind in der Dansk Centralbibliothek vorhanden.












vor ihrer eigentlichen Lesung der

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