Campus Flensburg : Deutsch-dänische Einbahnstraße

Die Internationalisierung der Europa-Uni fest im Blick (von links nach rechts): Ulrike Bischoff-Parker, Leiterin des International Center, Prof. Monika Eigmüller, Vizepräsidentin für Europa und Internationales, Dr. Annick Sperlich, Referentin für Europa und Internationales, Dr. Charlotte Fiala, wissenschaftliche Mitarbeiterin.
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Die Internationalisierung der Europa-Uni fest im Blick (von links nach rechts): Ulrike Bischoff-Parker, Leiterin des International Center, Prof. Monika Eigmüller, Vizepräsidentin für Europa und Internationales, Dr. Annick Sperlich, Referentin für Europa und Internationales, Dr. Charlotte Fiala, wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Auf dem Flensburger Campus wächst das grenzüberschreitende Studium weiter, während Dänemark eher auf Zentralisierung setzt.

Carlo Jolly. von
21. März 2017, 16:20 Uhr

Die deutsch-dänischen Studiengänge gelten als Beleg für ein funktionierendes Miteinander über die Grenze hinweg. Um sich dem internationalen Studienkalender anzupassen, ändert die Europa-Universität (EUF) sogar gerade den Semester-Rhythmus: Ab Herbst gelten auf dem Campus Sandberg und im Management-Institut am Munketoft generell die internationalen Zeiten mit Semesterstart im September.

Doch kurz vor dem 25. Geburtstag der grenzüberschreitenden deutsch-dänischen Studiengänge zwischen dem Flensburger Campus und Sonderburg knirscht die Zusammenarbeit auf dänischer Seite. Bis 2018 soll auf dem Campus Sonderburg der Studiengang European Studies eingestellt werden. Energie- und Umweltmanagement sowie Kultur- und Sprachmittler würden nördlich der Grenze gar nicht mehr angeboten, kritisierte der Sonderburger Professor Martin Klatt vor wenigen Tagen in den Zeitungen der Minderheit. Die dänische Regierung scheint in der Hochschulpolitik weiter zentralisieren zu wollen.

Ganz anders die deutsche Seite: An der Europa-Uni ist überhaupt nicht geplant, einen dieser Studiengänge einzustellen. Die Management-Studiengänge feiern im Oktober 25-jähriges Jubiläum, die European Studies haben gerade zehnten Geburtstag gefeiert. Alle diese Studiengänge seien bei deutschen und internationalen Studieninteressierten weiter stark nachgefragt, berichtet Uni-Sprecherin Kathrin Fischer, die auf mehr als 1000 Flensburger Studenten in den drei grenzüberschreitenden Studiengänge verweist (vgl. Kasten).

Und auch ohne European Studies in Sonderburg: „Unser Master-Studiengang European Studies läuft weiter, und die derzeit darin eingeschriebenen Studierenden können auch einen deutsch-dänischen Doppelabschluss erwerben“, sagt Fischer. Der Studiengang suche im Gegenteil einen neuen internationalen Kooperationspartner. Ob dieser in Odense, anderswo in Dänemark oder einem anderen Land sein wird, stehe noch nicht fest, aber es gebe mehrere attraktive Optionen, die derzeit geprüft werden.

Die Uni verweist zudem auf ihr jüngstes Wachstum: Seit vergangenen Oktober verfüge die Europa-Uni mit dem Studiengang European Cultures and Society über ein eigenständiges, attraktives europawissenschaftliches Angebot im Bachelor-Bereich.

„Die Kooperation mit der SDU ist sehr stabil, sie erfährt nur aufgrund der Umstrukturierungen an der SDU eine Veränderung, da dort der Masterstudiengang European Studies eingestellt wird“, äußert sich die fürs Internationale zuständige Vize-Präsidentin Monika Eigmüller entspannt. Die sehr enge und seit 25 Jahren überaus erfolgreiche Kooperation mit dem Internationalen Institut für Management und ökonomische Bildung werde unverändert fortgeführt. Eigmüller kündigt weiter an: „Die Kooperation zwischen Europa-Uni und SDU wird auf der Forschungsebene ausgeweitet.“ Geplant sei ein interdisziplinäres europawissenschaftliches Graduiertenkolleg in Flensburg und Odense. Weitere Forschungskooperationen würden derzeit ausgelotet. Schon heute zählt die Uni bereits 95 Hochschulpartner in der ganzen Welt – Tendenz steigend.

Bei allem nicht zu vergessen: Auch die Hochschule Flensburg und das Mads-Clausen-Institut im Alsion planen gerade eine gemeinsame grenzüberschreitende Ingenieursausbildung.

Deutsch-dänische Studiengänge an der Europa-Universität

BA International Management (604, davon 320 spanischer und 284 deutsch/dänischer Sprachzweig)

MA International Management Studies (290)

MA European Studies (135)

Alle drei Studiengänge sind grenzüberschreitend und in Kooperation mit der Syddansk Universitet, Standort Sønderborg.

Entstanden ist die Kooperation im Wintersemester 1992/93 aus einem von der EU geförderten Interreg-Programm mit 68 Studierenden.  

 Von Jahr zu Jahr  ist die Gesamtzahl der Studenten der drei Studiengänge kontinuierlich gestiegen, über 671 im Jahr 2005 bis 1046 im WS 2015/16.


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