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Flensburger Tageblatt

16. Dezember 2017 | 16:32 Uhr

Neue Serie : Der Weg des Flensburger Mülls

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Entsorgung in der Stadt: TBZ und Veolia haben Probleme mit falschen Befüllungen

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 08:49 Uhr

In Flensburg fallen jährlich 40  800 Tonnen Müll an. Das Technische Betriebszentrum (TBZ) sowie die Firma Veolia Umweltservice sollen dafür sorgen, dass dieser umweltgerecht verwertet und ordnungsgemäß entsorgt wird. Gerade der Warnstreik vergangenen Donnerstag hat schlaglichtartig zum Beispiel den Bewohnern des Stadtteils Sandberg gezeigt, was passiert, wenn der Müll liegen bleibt. In einer Serie befasst sich das Tageblatt mit dem Thema Abfallwirtschaft und informiert über die richtige Entsorgung in den dafür vorgesehenen Tonnen und Recyclinghöfen. Zum Start: Ein allgemeiner Überblick über die Abfallwirtschaft in der Stadt.

Wo kommt der Müll hin? Diese Frage stellen sich wohl viele Bürger, wenn sie zu Hause die Klappe ihres Mülleimers öffnen und dann einen Joghurtbecher oder kaputte Schuhe hineinwerfen. Oder auch nicht. Glaubt man den örtlichen Müllabfuhren, werden die verschiedenen Tonnen immer wieder falsch befüllt. Vor allem bei der gelben Tonne sei das ein Problem, erklärt Matthias Scherff, Veolia-Betriebsleiter in Flensburg.

Veolia ist in der Stadt für die Leerung der gelben Tonnen mit Verkaufsverpackungen zuständig. Das Technische Betriebszentrum (TBZ) übernimmt die Entsorgung der brauen Bio-, schwarzen Restmüll- und der blauen Tonne für Altpapier. Größere Mengen von Müll nehmen die Mitarbeitern der drei Recyclinghöfe entgegen. Diese sind an der Schleswiger Straße, am Lornsendamm im Nordwesten und im Gewerbegebiet Kauslund im Osten der Stadt. 50 Mitarbeiter und 14 Fahrzeuge bewerkstelligen die Abfallentsorgung beim TBZ, leeren regelmäßig die rund 43  000 aufgestellten Tonnen und Container mit Rest-, Bio- und Papierabfall pro Woche und holen Sperrmüll vor der Haustür ab. Von der Firma Veolia sind drei Fahrzeuge in der Stadt unterwegs, um die gelben Tonnen zu leeren. Im Vertragsgebiet Flensburg werden Scherff zufolge rund 16  000 angeschlossene Haushalte bedient. „Nicht jeder Haushalt hat eine eigene Tonne, wie es bei Mehrfamilienhäusern der Fall ist, gibt Scherff zu bedenken. 370  000 Kippungen pro Jahr machen die Fahrzeuge, pro Tag sind das etwa 1540.

„Sinn der Abfallentsorgung ist Aufrechterhaltung der Stadthygiene“, erklärt Michael Borchmann von der Abfallberatung beim TBZ. Flensburg ist in zehn sogenannte Bezirke aufgeteilt, in denen der Müll systematisch vom TBZ abgeholt wird. Je fünf Bezirke werden in einer Woche abgefahren und entsorgt, das heißt, alle zwei Wochen wird bei jedem Bürger der Abfall entsorgt. Über die Abholungstermine informieren das TBZ und Veolia im Dezember.

Um den anfallenden Müll noch weiter zu recyceln, wollte das Bundesumweltministerium mit einem neuen Gesetzentwurf von Oktober 2015 dafür sorgen, dass mindestens 72 Prozent der Kunststoffabfälle, die bei privaten Haushalten anfallen, als Rohstoff weiterverwendet werden. Das Gesetz sieht vor, die bisherige gelbe Tonne in eine Wertstofftonne umzuwandeln und den Einsatz recyclingfähiger Materialien zu fördern. In der Wertstofftonne können nicht nur Verpackungen, sondern auch andere Haushaltsabfälle aus Kunststoff und Metall gesammelt werden. Mit dieser Methode ließen sich zusätzlich bis zu fünf Kilogramm Wertstoffe pro Einwohner und Jahr hochwertig recyceln. Das Land Schleswig-Holstein sowie weitere Bundesländer stimmten gegen die Pläne des Bundesumweltministeriums und forderten die Übertragung der Organisationsverantwortung für das Sammeln von Wertstoffen auf die Kommunen.

Gelbe Tonne

Rest- und Altpapierabfall



 



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