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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 16:19 Uhr

Landtagswahl in Flensburg : Der Ungeduldige

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

FDP-Kandidat Kay Richert geht mit dem Wahl-Slogan „Machen statt verhindern“ ins Rennen um ein Landtagsmandat.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2017 | 06:43 Uhr

In knapp vier Wochen wird der neue Landtag gewählt. Wer in Flensburg zur Wahl steht und mit welchen Ideen unsere Stadt in Kiel nach vorn gebracht werden soll, beleuchtet das Flensburger Tageblatt ab heute in einer achtteiligen Serie. Zum Auftakt: Kay Richert von der FDP.

„Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Soldaten Pünktlichkeit“, reimt der Volksmund. Kay Richert indes ist nicht Soldat, sondern Beamter bei der Bundeswehr. Und kommt drei Minuten zu spät. Akkurat gekleidet, eilt er mit weit ausholendem Schritt zwischen „Fischperle“ und „Mäder’s“ dem Gesprächstermin entgegen. Eine kleine Überraschung, vermittelt der FDP-Mann doch stets das Image eines zuverlässigen und pflichtbewussten Politikers. Als er sich umgehend entschuldigt, ist das Bild auch schon wieder gerade gerückt. Höflich und korrekt.

Warum hat der FDP-Fraktionsvorsitzende sich ausgerechnet das Ostufer des Hafens als Gesprächsort ausgesucht? Es ist nicht nur eine Umgebung, in der er sich gern bewegt, „weil man einen fantastischen Blick auf die andere Seite der Stadt“ hat, sondern ein Ort mit geschichtsträchtiger Bedeutung. „Die Keimzelle des Flensburger Handels- oder Wirtschaftshafens, der einst den Reichtum der Stadt begründete“, sagt der 43-Jährige. „Hier wurde mit Zucker und Rum viel Geld verdient.“

Es ist ungemütlich und kühl an diesem Tag. Ostwind. Kaum Menschen unterwegs, aber immerhin eine geöffnete Gaststätte. „Man muss auch mal Glück haben“, sagt Richert. Gab es davon nicht viel in seinem Leben? Er überlegt. „Doch, als ich mit zwölf Jahren ein Fahrrad zum Geburtstag bekam, mit 18 in die Disco durfte, das erste Auto, die Touren auf dem Motorrad.“ Glück ist für den Mercedes-Fahrer (E-Klasse, Baujahr 2001) ein erfüllter Lebenstraum, ein Umfeld, in dem man sich geborgen fühlt, die Familie. Lieben und geliebt werden. „Und in einem Land die Freiheit so zu genießen, wie man es für richtig hält.“ Sicherlich, räumt er ein, habe es auch Scheidewege gegeben, „wo man anders hätte abbiegen sollen“. Doch mit der Vergangenheit will der dreifache Vater nicht hadern.

Kay Richert also ist jemand, der nach vorn blickt. Vergessen seine Bewerbung als Oberbürgermeister (Los nu!“), als er 2010 auf dem vierten Platz landete, oder als er letztes Jahr im Juni knapp hinter Amtsinhaber Simon Faber immerhin Bronze gewann. Jetzt will er in den Landtag. Sein Wahlkampf-Slogan „Machen statt verhindern“ zeigt, wo’s lang gehen soll. Jedenfalls so ungefähr. „Ohne Visionen bleibt alles, wie es ist“, hat Richert festgestellt, und er nennt Ungeduld als eine seiner Tugenden, die ihn vorantreiben. In Flensburg sei man geneigt, immer wieder Gründe zu finden, warum etwas nicht geht. Etwa bei der Standortpolitik. „Mit restriktiven Rahmenbedingungen kommt kein Unternehmen an die Förde.“ Das weiß er nicht erst seit seinem Studium „Internationales Management“, nachdem er festgestellt hatte, dass er fürs Lehramt nicht taugt. Sein Examen im Studiengang Verwaltungswirtschaft führte ihn schließlich in die Bundeswehrverwaltung, wo er für den kaufmännischen und strukturellen Betrieb von Liegenschaften verantwortlich ist.

Was hat Kay Richert für ein Selbstbild? Er nippt an seinem „Flens frei“, blickt aufs Meer. „Ich glaube, ich kann gut zuhören, mit den verschiedensten Charakteren klarkommen“, antwortet er, „kann Menschen zusammenführen, auch im politischen Kontext.“ Er liebt Musik von Klassik („zum Entsetzen meiner Kinder“) bis HipHop und Tanztheater. Und er hat angefangen, wieder Handball zu spielen. Ein Sport, „hart, schnell und ehrlich“. Und ein Spiel, in dem ein Akteur binnen Sekunden alles drehen kann.

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