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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 13:42 Uhr

Anmeldezahlen : Der Trend geht zum Gymnasium

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Alte Gym kann seine Anmeldezahl nahezu verdoppeln – während manch eine Gemeinschaftsschule jetzt auf Nachzügler hoffen muss.

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Christoph Kindl freut sich über Mehrarbeit. Der Schulleiter des Alten Gymnasiums hat allen Grund dazu, denn für seine Schule gibt es die meisten Anmeldungen für den nächsten fünften Jahrgang – 116 im Vergleich zu 64 im Vorjahr. Ihm sei zugetragen worden, sagt Kindl bescheiden, dass bei den Informationsveranstaltungen sowohl das Konzept, vor allem aber die „positive Atmosphäre“ an der Schule angekommen sei. Mit der neuen pädagogischen Ausrichtung, darunter den Profilklassen, hoffe das Kollegium, ein gutes Angebot zu bieten. Mit der Zahl 116 befinde man sich an der Grenze zu fünf möglichen fünften Klassen. In jedem Fall werde es eine neu eingerichtete Sport-Klasse, eine Musik-Klasse und eine Ganztagsklasse sowie eine sprachlich orientierte Kombi-Klasse geben. Ob fünf Klassen zustande kommen, werde noch mit Kiel verhandelt.

Flensburgs Bildungsmanager Wolfgang Sappert erkennt mit Blick auf die Anmeldezahlen eine Verschiebung in der Wahl der Schulen. „Die Gymnasien haben bisher mehr und die Gemeinschaftsschulen weniger Anmeldungen als im Vorjahr.“ 406 Gymnasialanmeldungen (plus 37) stehen 323 Anmeldungen (minus 60) an den fünf Gemeinschaftsschulen gegenüber. Insbesondere die Comenius-Schule (19) und die Gemeinschaftsschule West (33) haben im ersten Schritt deutlich weniger Anmeldungen als in den Vorjahren. „Ob dies ein Effekt des Wegfalls der Schulartempfehlung beziehungsweise der freien Schulwahl ist oder der demografischen Entwicklung der Umlandgemeinden, kann derzeit nur spekuliert werden“, sagt Sappert. Die Zahl der Flensburger Schüler sei im Vergleich zum Vorjahr stabil. Sappert geht indes davon aus, dass noch rund 30 künftige Fünftklässler noch gar nicht angemeldet sind – am Ende also genauso viele Kinder wie im Vorjahr an die Flensburger Schulen kommen. Sie dürften vor allem die Klassen der Gemeinschaftsschulen weiter füllen.

An der Gemeinschaftsschule (Gems) West ist das offenbar bereits passiert. Schulleiter Thorge Arp berichtet jedenfalls von 45 statt 33 Anmeldungen – da die Käte-Lassen-Schule nicht alle 87 Kinder aufnehmen kann, komme die Gems West als Zweitwahl zum Zuge. „Wir erwarten, dass Gemeinschaftsschulen falsch orientierte Kinder in Klasse 6 oder 7 zurückbekommen.“

Unter dem Trend zu Gymnasien leidet auch die Comenius-Schule im Flensburger Norden. Schulleiter Thomas Nonn bedauert, dass „nicht ausreichend Interessierte den Weg zu uns fanden, um sich überhaupt über unsere Möglichkeiten zu informieren“. Dennoch werde sich die Schule weiter bemühen, das attraktive Angebot bekannt zu machen.

Auch an der Kurt-Tucholsky-Schule, an die früher zwischen 150 und 200 neue Kinder pro Jahr strömten, kann man mit 77 Anmeldungen nicht zufrieden sein. Der neue Schulleiter Ingwer Nommensen geht von vier Klassen aus: „Alles andere ist Kaffeesatzleserei.“

Auch an den Gymnasien gibt es Wellenbewegungen. Die Auguste-Viktoria-Schule (AVS), früher Abonnementsprimus, rutscht mit 104 Schülern auf den Stand von vor zwei Jahren zurück. „Probeanmeldungen“ nach der Wahlfreiheit habe er an der AVS nicht festgestellt, sagt Schulleiter Markus Eckert. Konstant drei Klassen kann die Goethe-Schule mit 74 Kindern öffnen. Schulleiter Arnd Reinke berichtet, dass manche Familie ohne Schulempfehlung verunsichert gewesen sei: „Wir haben manchmal Eltern überzeugen können.“

Zuwachs meldet das Fördegym als einziges neunjähriges Gymnasium (plus 15 auf 113). Schulleiter Frithjof Höhnke: „Mit der Devise ,Bildung braucht Zeit‘ sehen wir uns mit unserem Angebot bestätigt.“

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