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Flensburger Tageblatt

17. Dezember 2017 | 09:25 Uhr

Glücksburg : Der Traum vom Kulturbahnhof lebt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach intensiver Diskussion sendet die Glücksburger Stadtvertretung ein positives Signal an die Arbeitsgruppe, die sich für den Erhalt des Bahnhofs einsetzt.

Glücksburg | Das Projekt Kulturbahnhof schreitet nur mit sehr kleinen Schritten voran. Die Zukunft des Glücksburger Bahnhofsgebäudes sorgte auch in der jüngsten Stadtvertreter-Sitzung für hitzige Diskussionen. Das Fortbestehen der Bücherei, die sich seit 1954 in dem Gebäude befindet, ist zwar bei reduzierten Öffnungszeiten vorerst gesichert. Aber wie soll es mit dem Rest des historischen Gebäudes von 1913 weitergehen? Vor kurzem schwebte ein Gerücht durch die Stadt, es solle an private Investoren verkauft werden mit der Auflage, die Bücherei darin zu belassen. Doch nun will die hoch verschuldete Stadt offenbar den Weg verfolgen, den schmucken, aber stark sanierungsbedürftigen Backsteinbau im Ortszentrum mit Fördermitteln zum „Kulturbahnhof“ auszubauen. Damit geht sie auf Forderungen zahlreicher Bürgerinitiativen ein. Diese wollen Räume für Kulturveranstaltungen, zum kostengünstigen Verweilen, ein Café...

Der Kulturausschuss stellte bereits am 10. Juli einen Beschlussantrag, der in der Stadtvertretersitzung beschlossen werden sollte: „Die Stadtvertretung beschließt die Fortführung des Projektes ’Kulturbahnhof’ unter Einbeziehung der Nutzung des gesamten Bahnhofsgebäudes.“ Diese Bekundung sollte der „Arbeitsgruppe Kulturbahnhof“, die sich im vergangenen Jahr gegründet hatte, ein „positives Signal“ geben, sagte Gisela Nürnberger (SPD). Hanne Bewernick (SSW) ergänzte, dass die Mitglieder der AG viel Energie in das Projekt steckten, tolle Ideen hätten und ehrenamtlich arbeiteten.

Vielen Stadtvertretern war der Beschluss dennoch zu allgemein formuliert. Es wurde der Vorschlag ergänzt, dass die Arbeitsgruppe bis zum 12. Dezember ein Konzept erarbeiten möge. Einen Zwischenbericht erwarte man am 11. September im Kulturausschuss.

Dieser Beschluss wurde bei einer Enthaltung angenommen. Ein zweiter Beschluss, der Vorbehalte technischer und rechtlicher Art anführt und bereits einen Auftrag an die Bürgermeisterin enthält, Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen, erhielt 8 Ja-Stimmen und 6 Gegenstimmen.

Unstimmigkeit herrschte darüber, ob zuerst das Konzept vorliegen müsse oder zuerst bautechnische und rechtliche Prüfungen vorgenommen werden sollten. Man einigte sich darauf, zunächst das Konzept zu erarbeiten. Einige Mitglieder der Arbeitsgruppe Kulturbahnhof, die als Zuschauer die Sitzung verfolgten, wiesen daraufhin, dass bereits ein Konzept vorgestellt worden sei. Gyde Diederich (B 90/Die Grünen) sagte, dass sie „Bauchschmerzen“ mit der darin gestellten Forderung habe, vier Mitarbeiter fest anzustellen. Die Finanzlage der Stadt gebe das nicht her. Ohne Festanstellungen gebe es aber keine Fördermittel, argumentieren die AG-Mitglieder.

Trotz eines sehr allgemein gefassten Beschlusses und unzähliger offener Fragen verließen die AG-Mitglieder den Sitzungssaal zufrieden: „Immerhin werden wir jetzt ernst genommen. Die Stadtvertreter hören uns zu und fahren uns nicht mehr über den Mund wie zu Beginn der Diskussionen um die Bücherei“, sagte Margit Schlott.

Weitere Beschlüsse: Als Nachfolger von Sebastian Henkel (SPD-Fraktion), der zum 30. Juni von allen Ämtern zurückgetreten war, wurde Dieter Bohl gewählt.

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