Der Tag der Knudsbrüder

Vor dem Rathaus am Pferdewasser  tauschen die Brüder nach alter Tradition Grußworte mit dem Bürgermeister aus. Foto: Geissler
Vor dem Rathaus am Pferdewasser tauschen die Brüder nach alter Tradition Grußworte mit dem Bürgermeister aus. Foto: Geissler

St. Knudsgilde erinnert an ihrem Jahrestag an die historische Verbindung mit Flensburg

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26. Juni 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Bis ins späte 16. Jahrhundert hinein stellten sie den Bürgermeister der Stadt Flensburg - und auch heute noch zieht es die Knudsbrüder einmal im Jahr zum Rathaus. Immer am 25. Juni. So besagt es der Brauch der im Jahre 1170 gegründeten St. Knudsgilde, die damit zu den ältesten in Europa gehört. "Das ist einer der größten, vielleicht der große Tag im Leben eines Gildenbruders", erklärte gestern deren Kanzler Hans Uwe Harck. Fast ein halbes Jahrtausend stellte die Gemeinschaft den Flensburger Bürgermeister sowie einen großen Teil der Ratsherren und nahm infolgedessen großen politischen Einfluss auf die Entwicklung der Region.

Der prunkvoll anmutende Zug durch die Stadt und der Aufmarsch vor dem Rathaus wird traditionell von Orchester und Pferdekutsche begleitet. Er dient dazu, der historisch gewachsenen Verbindung zwischen Gilde und der Stadt Flensburg Ausdruck zu verleihen und gedenkt ihrem Schutzpatron Knud Lavard, seinerzeit Herzog von Schleswig, den Papst Alexander III. am 25. Juni 1170 heilig gesprochen hatte.

Bürgermeister Henning Brüggemann erinnerte gestern vor allem an grundlegende Werte einer Bruderschaft wie Vertrauen und Zusammenhalt und untermauerte deren Bedeutung in der Moderne. Somit sei die St. Knudskirche "zwar uralt, aber niemals unmodern. " Darüber hinaus lobte er das fortwährende Engagement der St. Knudsgilde im politischen sowie im sozialen Bereich rund um die Stadt Flensburg.

Freundliche Worte fand Gildenkanzler Hans Uwe Harck, der seit 1968 der Bruderschaft angehört und seitdem ohne Ausnahme jeden Knudstag miterlebt hat: "Der Tag hat für uns deshalb so eine große Bedeutung, weil wir so die Verbindung zu der Stadt lebendig halten und an den großen politischen Einfluss, den wir heute nicht mehr haben, erinnern wollen", erläuterte er.

Ehrenmitglieder der Bruderschaft, die ursprünglich dem flandrisch-niederrheinischen Raum entsprang und im Laufe der Zeit vor allem in Skandinavien Einfluss gewann, sind unter anderem Prinz Henrik von Dänemark sowie auch sein Sohn, Prinz Joachim. Insgesamt zählt die Gemeinschaft heute 85 Mitglieder, wovon zwei - die sogenannten "Benjamine" - gestern feierlich aufgenommen wurden.

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