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Umspannwerk der Stadtwerke : Der Strom kam aus der Karlstraße

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Projekt „Häusergeschichten“ erinnert an in Vergessenheit geratene, historische Gebäude in der Flensburger Altstadt.

Flensburg | Nur wenigen Flensburgern dürfte bekannt sein, dass das Gebäude an der Ecke Karlstraße/Augustastraße mal ein Elektrizitätswerk war und heute als Umspannwerk für die Stadtwerke dient. Um interessierten Bürgern und Touristen die Möglichkeit zu geben, sich vor Ort über dieses oder andere historische Gebäude der östlichen Altstadt näher zu informieren, hat der Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt das Projekt „Häusergeschichten“ auf die Beine gestellt.

„Insgesamt hängen bisher sechs von geplanten 20 Informationsschildern an den Häuserwänden alter Gebäude“, berichtet Ute Rasmussen, Vorstandsmitglied des Vereins. Die Stadtwerke bezuschussten die Realisierung des Projekts am Gebäude in der Karlstraße, um die Stadtgeschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, berichtet Pressesprecher Peer Holdensen.

Da die Informationen auf den Tafeln inhaltlich begrenzt sind, bietet das Projekt die Möglichkeit, mittels eines QR-Codes, der auf jedem Schild zu finden ist, mehr über das jeweilige Gebäude auf dem Smartphone zu erfahren.

Dass das Gebäude an der Karlstraße überhaupt eine Tafel erhalten hat, liegt an der für Flensburg bedeutenden Geschichte des Hauses. Nachdem 1893 ein Stadttheater in Flensburg gebaut worden war, wurde die Frage nach der Energieversorgung für das Schauspielhaus immer dringlicher. Die Eröffnung Anfang September 1894 rückte näher. Schnell wurde der Ruf nach einem Elektrizitätswerks in der Stadt so laut, dass die Umsetzung nicht lange auf sich warten ließ. Kurz vor Einweihung des Theaters war es dann soweit und man setzte die Maschinenanlagen des Werkes zum ersten Mal in Gang – das „Flensburger Elektricitätswerk“ war geboren.

Das Interesse der Flensburger an Kraftwerkstrom wuchs stetig. Nach und nach kamen Handwerksbetriebe und Ladenbesitzer hinzu, die auf den im Kraftwerk erzeugten Strom zurückgriffen.

Ab Januar 1897 wurde dann das gesamte Stadtgebiet Flensburgs durch den Strom des Kraftwerkes versorgt. Beachtlich war dabei, dass von den mehr als 50  000 Flensburgern nur knapp 1100 Bürger den Strom überhaupt finanzieren konnten.

Ende Dezember 1913 wurde schließlich der Betrieb eingestellt. Ein neues Kraftwerk am westlichen Fördeufer war errichtet und in Betrieb genommen worden.

Heute befindet sich im Gebäude gegenüber des Mauselochs ein sogenanntes Umspannwerk der Stadtwerke. „In einem Umspannwerk wird Strom, der eine hohe Spannung hat, in Strom mit einer niedrigeren Spannung umgewandelt, der dann direkt in die Haushalte fließt und dort sofort nutzbar ist“, sagt Peer Holdensen. „Im Fachjargon würde man zu diesem Prozess sagen, dass die Spannung runtertransformiert wird.“

Zu den Stadtgebieten, die zurzeit durch das Umspannwerk mit dem nötigen Strom versorgt werden, zählen unter anderem Jürgensby sowie große Teile der Innenstadt und des Hafens.

 

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erstellt am 06.Nov.2015 | 11:00 Uhr

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