Handballwachs: : Der Streit zwischen Verein und Stadt geht weiter

Verbot in der Fördehalle: Die Verwaltung bewegt sich, aber für den TSB Flensburg nicht weit genug

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24. Juni 2014, 07:12 Uhr

Alternativlos – diese Situation hat man als Sportler nicht so gerne. Aber so verhalten sich die Dinge momentan für die Leistungshandballer in der Stadt. Einen Monat, nachdem die Stadt in der Fördehalle ein absolutes Wachsverbot für den Spiel- und Trainingsbetrieb verkündet hat, ist das Verbot zwar wieder vom Tisch – aber die Bedingungen schwer akzeptabel. Namentlich die SG Flensburg-Handewitt, die hier mit dem Unterbau des aktuellen Championsleague-Gewinners arbeitet, fühlt sich von der Stadt schlecht behandelt.

Als Mitte Mai das umstrittene Verbot verkündet wurde, gab es wütende Proteste. Die Maßnahme sei kurzsichtig, vor allem aber tödlich für die Leistungsmannschaften im Jugend und Seniorenbereich, weil der Gebrauch von Wachs teilweise zwingend durch die Verbände vorgeschrieben sei. Die SG, die den größten Teil der Trainingsstunden in der Fördehalle belegt, verwies darauf, dass sie dann die Bundesligamannschaft der A-Jugend und sämtliche Mannschaften bis hinunter zur männlichen Jugend C vom Spielbetrieb genauso gut abmelden könne. Die Stadt, die ihre frisch renovierte Fördehalle (neuer Fußboden) fürderhin gerne wachsfrei halten wollte, musste zwangsläufig einen Schritt zurück. Unter Auflagen soll Handball mit wasserlöslicher „Patte“ wieder erlaubt sein. Anfang des Monats legte sie dem TSB (gemeinsam mit dem Handewitter SV Stammverein der SG) eine Vereinbarung zur Unterschrift vor, die aus Sicht des Vereines allerdings völlig inakzeptabel ist. Der TSB reagierte mit einem Gegenentwurf.

Der TSB reibt sich vor allen Dingen an der von der Stadt angedachten Haftung für Fälle, dass doch etwas von verbotenen Substanzen illegal benutzt werde. Die ist in den Paragrafen 2 bis 4 geregelt, und so wie das dort geregelt ist, will der Verein das nicht unterschreiben. So wird der TSB grundsätzlich in die Haftung nicht nur für die eigenen, sondern auch für alle Gastmannschaften genommen. Er ist auch verantwortlich für die Verwendung des richtigen (wasserlöslichen) Wachses und kann jederzeit fristlos durch die Stadt gekündigt werden. „Das ist ein Freibrief, den wir nicht unterschreiben können“, sagt SG-Leiter Sascha Zollinger. Weil auch andere Handballmannschaften die Halle nutzen, fielen alle Schuld und die Kosten an den TSB. „Das hätte man eigentlich ganz gerne alles schon geklärt, doch die Kommunikationswege sind unendlich lang und langsam“, ärgert sich Zollinger. Vergangenen Freitag habe die Stadt telefonisch den Eingang des Gegenentwurfs bestätigt. Sie wolle darüber beraten und eventuell nächste Woche entscheiden.

Ob die Verwaltung überhaupt auf die Anregungen des Vereins – Entlastung von der übergreifenden Haftung, sechsmonatige statt fristloser Kündigungsfrist – eingeht, ist noch lange nicht geklärt. Die Vereine haben notgedrungen ihre Mannschaften verbindlich für die Fördehalle gemeldet. „Da können wir gar nicht mehr aus dem Geschirr“, sagt Zollinger.

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