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Flensburger Quartiere : „Der Stadtteil mit den meisten Jobs“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Serie Teil 3: Die Nordstadt gilt vor allem als sozialer Brennpunkt, ist für die Bewohner aber vor allem ein liebenswertes Wohnumfeld.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2016 | 07:18 Uhr

Seit zwei Jahren ist in Flensburg geregelt, wie und wann die Stadtteilforen als politische Vertretungen der Quartiere eingebunden werden. Seit diesem Jahr engagiert sich in jedem Stadtteil mindestens ein Forum. Grund genug für das Tageblatt, zum Jahresende zu fragen, wo im Stadtteil der Schuh drückt. Ergänzt wird der Stadtteil-Überblick durch Daten des neuen Sozialatlas 2016. Um manch ein Viertel wie Jürgensby (Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt, IG Südliche Altstadt und Forum Jürgensby/Sandberg) oder Neu- und Nordstadt (Arbeitskreis Flensburg Nord und Verein Flensburger Norden) kümmern sich in überschneidenden Gebieten mehrere Foren. Heute: Peter Kröber vom Arbeitskreis Flensburg Nord.


Was ist das Besondere an Ihrem Stadtteil/Viertel, das ihn/es von allen anderen unterscheidet?

Er unterscheidet sich mit vielen Merkmalen von allen anderen Stadtteilen. Viele wissen nicht, dass er die höchste Anzahl an Arbeitsplätzen in der Stadt aufweist und somit durch sein Steueraufkommen beträchtlich zu den Kosten des Gesamthaushaltes der Stadt beiträgt. Das Bild der Neustadt ist ausgesprochen multikulturell geprägt und wird nach außen oft als sozialer Brennpunkt wahrgenommen. Dieses stimmt nur teilweise. Es spiegelt allerdings überhaupt nicht die Wahrnehmung der Menschen, die hier leben, wieder. Insgesamt ist der Flensburger Norden ein sehr lebens – und liebenswertes Wohnumfeld.

Auf welchem Gebiet hat sich im Stadtteil/Viertel 2016 etwas bewegt?
Natürlich sind da die großen Bauprojekte zu nennen, die vorangekommen sind. Endlich stehen auf dem Grundstück des neuen Stadtteilzentrums (alte Aral-Tankstelle) nicht nur die Bagger, sondern sie bewegen sich auch. Die Planung für das größte Projekt im Norden, das neue Wohngebiet Schwarzenbachtal mit über 400 Wohneinheiten, ist auf dem Weg. Wenn alles gut läuft, geht es da 2017 los. Wir haben uns bei der Planungsbeteiligung für den Erhalt der großen Freifläche Schwarzental eingesetzt. Dieses ist dankenswerterweise auch berücksichtigt worden.

Was ist dagegen das größte Thema, das 2016 im Stadtteil liegengeblieben ist?

Der vermessene Wunsch nach einem Stadtteilhaus konnte durch freistehende Gebäude wie die alte Schule in der Duburger Straße, das KKI, oder die Alte Deutsche Bank in der Neustadt teilweise erfüllt werden. Leider fallen diese Gebäude in ihrer neuen Nutzung durch Sanierung oder Abriss weg. Für die kulturelle und sonstige Arbeit von Gruppen oder für Feste und Ausstellungen besteht ein großer Bedarf an geeigneten Räumen.

Wie soll es mit diesem Thema weitergehen, wie könnte es vorankommen?

Das ist eine gute Frage, da geeignete Räumlichkeiten oder Immobilien zunehmend auch im Norden Mangelware sind.

Welches weitere Thema wollen Sie 2017 anpacken?

Sicherlich werden wir uns wieder verstärkt den sozialen Problemen im Norden zuwenden. Die Verknappung und Verteuerung von Wohnraum wird in der gesamten Stadt zum Problem. Die Verzögerung des Baus der Uferpromenade bis zum Galwikpark durch die aufwendigen Genehmigungsverfahren ist bedauerlich, aber wohl kaum beeinflussbar.

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der künftigen Oberbürgermeisterin?

Viel Kraft bei ihrer neuen Aufgabe. Wir erwarten von ihr keine Wunder. Es wäre schön, wenn sie die Foren als ernst zu nehmende Partner im Stadtgefüge wahrnimmt und anerkennt.

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der Flensburger Politik?

Zu begrüßen ist, dass im Rathaus eine Stelle für eine Ansprechpartnerin für die Stadtteilforen geschaffen worden ist. Dieses hilft, die Wege zu verkürzen. Ansonsten gilt der gleiche Wunsch an die Politik wie an die neue Oberbürgermeisterin.

Welches Thema in Ihrem Stadtteil hätte mehr Aufmerksamkeit verdient?

Die „Flüchtlingskrise“ hat sich momentan etwas entspannt. Sehr begrüßenswert ist, dass man den Flensburger Norden, der schon einen sehr hohen Migrationsanteil an der Bevölkerungsstruktur aufweist, nicht zusätzlich durch eine geplante Landesaufnahmeeinrichtung in der Meiereistraße belastet hat. Es war richtig, die Menschen möglichst dezentral unterzubringen. Durch die geringere Zuweisung durch das Land bedingt durch das Abebben der Zahlen hat sich jetzt noch einmal eine andere Situation ergeben. Trotzdem wird eine große Herausforderung sein, die vielen Menschen in die vorhandenen sozialen Strukturen nicht nur dieses Stadtteils zu integrieren. Da sind auch die Akteure vor Ort gefragt, Antworten zu finden. Sicherlich eine Aufgabe für viele Jahre.

Morgen: Der Sandberg
 

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