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Kinderbetreuung : Der Stadt Flensburg fehlen hunderte Kita-Plätze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nicht nur im Norden Flensburgs – auch in der südlichen Altstadt und bei den Krippenplätzen stehen große Anstrengungen bevor. Mindestens eine neue Kita soll entstehen.

Flensburg | Drei parallel auftretende Probleme in Flensburgs Kindergartenlandschaft bereiten der Kita-Verwaltung und den Jugend- und Bildungspolitikern im Rathaus zunehmend Kopfzerbrechen. Im Flensburger Norden fehlt eine Lösung für den in die Petri-Schule umquartierten ADS-Sportkindergarten Sophiesminde. In der südlichen Altstadt stehen die beiden in die Jahre gekommenen städtischen Kitas Johannisstraße und Schwedenheim an der Bahnhofstraße aufgrund der Gebäudesubstanz in wenigen Jahren vor dem Aus. Und bei den Krippenplätzen für Unter-Dreijährige rechnen die Kita-Planer mit einem deutlich wachsenden Bedarf im dreistelligen Stellenbereich, um die Versorgungsquote von derzeit knapp 35 auf fast 45 Prozent zu steigern. Allein hier wird der aktuelle Ausbaubedarf auf 145 Plätze taxiert. Dazu kommen noch mindestens 120 für Kinder von drei Jahren bis zum Schulanfang. Hier ist die Versorgungsquote durch die Anstrengungen im Krippensektor zuletzt nämlich auf 95 Prozent leicht gesunken. Unterm Strich müssen also insgesamt relativ kurzfristig 265 neue Kita-Plätze entstehen – und falls die großen Träger wie Kirche, ADS oder Adelby 1 nicht in größerem Umfang Plätze auf- und ausbauen können, ist die Stadt selbst in der Pflicht.

Dabei ist die genaue Zahl der benötigten Plätze nicht sicher einzuschätzen: „Was wir nicht kennen, sind die Wartelisten“, sagt Ellen Kittel-Wegner (Grüne), Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Und keiner weiß, auf wie viele Wartelisten manches Elternhaus seine Kleinsten gesetzt hat, um im Zweifelsfall auch sicher an einen Platz zu kommen.

Deshalb wollen Verwaltung und Stadtpolitiker nun rasch den Weg freimachen für mindestens eine neue städtische Kita, sollte sich kein privater Investor und Betreiber anbieten. Möglicher zusätzlicher neuer Kita-Standort (neben einem in der Nordstadt) ist das weitläufige Gelände der Hohlwegschule im Stadtteil Jürgensby. Jedenfalls wurde im jüngsten Bildungsausschuss ein konkurrierendes Stadtteilprojekt am Standort am Schulgang beerdigt – das deutsch-dänische Familienzentrum von Hohlweg- und Jørgensby-Skolen, das an den Finanzierungsmöglichkeiten der Partner beiderseits der Grenze scheiterte. Für das Hohlwegschulgelände als Kindergartenstandort spricht aus Sicht von Politik und der Verwaltung, dass Kita und Grundschule gut zusammenpassen. Dagegen spricht, dass die Kita-Kinder über den gleichen schmalen Schulgang gebracht werden müssten, der schon von beiden Schulen und von einem Lehrerparkplatz genutzt wird. Außerdem sind gerade die umliegenden Viertel Sandberg und Jürgensby mit mindestens vier Kitas in Fußentfernung ganz gut versorgt, und ausgerechnet diese Viertel weisen in der gesamten Stadt den niedrigsten Kinderanteil auf.

Allerdings müssen die 40 Plätze der Kita Johannisstraße und die 66 im Schwedenheim irgendwo in der südöstlichen Altstadt kompensiert werden. „Im denkmalgeschützen Haus der Johannisstraße können Menschen über 1,70 Meter kaum gerade gehen“, sagt Grünen-Ratsfrau Kittel-Wegner überspitzt. Und Bildungsausschussvorsitzender Jochen Haut (SPD) erinnerte aus eigener Erinnerung daran, dass das Haus eigentlich seit den 80-er Jahren nicht mehr zeitgemäß sei.

Fakt ist: Wenn kein privater Träger aktiv wird und die beiden Altstadt-Kitas mittelfristig aufgegeben werden, muss die Stadt also auf längere Sicht glatt 370 neue Kindergartenplätze in Flensburg schaffen.

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