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Expansion : Der Schutzengel breitet seine Flügel aus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ausbau des Netzwerkes und neue Standorte geplant

Die Geburt steht unmittelbar bevor. Doch die werdende Mutter ist verzweifelt. Während der Schwangerschaft verlassen von ihrem Mann, ohne familiäre Unterstützung. Dazu die Ungewissheit: Wie schaffe ich es allein mit den Zwillingen? Wie kann ich mich finanziell absichern?

Ein Fall für den Schutzengel. Eine Woche vor der Niederkunft fasst die Flensburgerin sich ein Herz und sucht das Gespräch mit einer Familienbegleiterin. Eine gute Entscheidung, wie sie heute sagt. Ihr wird eine Hebamme zur Seite gestellt; es gelingt, die ihr zustehenden Hilfen rechtzeitig zu beantragen. Erstmals in ihrem Leben hat sie das Gefühl: Es kümmert sich jemand um mich.

„Anfang gut – alles gut.“ Mit neuem Slogan, Logo und Internet-Auftritt begegnet der Verein im 13. Jahr seines Bestehens den Herausforderungen der Zukunft. Dem steigenden Bedarf will man durch eine Ausweitung des Beratungsangebots und Wirkungsfeldes gerecht werden. Und das Hilfsprojekt expandiert: Neben drei Eltern-Treffpunkten in Flensburg wurde jetzt ein weiterer in Schleswig eröffnen. „Denn im Kreisgebiet ist Kinderarmut ein wachsendes Problem“, sagt Geschäftsführer Volker Syring. Auch hier soll ein dicht geknüpftes Netzwerk aus Hebammen, Ärzten, haupt- und ehrenamtlichen Helfern betroffene Eltern und Kinder unterstützen. Dabei wird die Barriere für Hilfesuchende so niedrig wie möglich gehalten. Schutzengel ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für Schwangere, Alleinerziehende und Familien in belasteten Lebenssituationen im Einsatz.

„Wir sind bis heute eine Bürgerinitiative geblieben“, sagt Vorstandsvorsitzende Christiane Dethleffsen. In sozialen Brennpunkten wie der Neustadt in Flensburg oder dem Schleswiger Stadtteil Friedrichsberg arbeiten Ehrenamtliche und Fachkräfte Hand in Hand. Zum Teil leben und arbeiten sie dort. Die Not ist zum Greifen nah. „Und als Nachbar“, sagt Christiane Dethleffsen, „sieht man ganz viel.“ Sie betont: „Jeder kann zu uns kommen. Wir lehnen keine Familie ab.“

Schutzengel agiert inzwischen wie ein mittelständisches Unternehmen, das neue, tariflich bezahlte Arbeitsplätze schafft. Ein Haushaltsvolumen von 500 000 Euro muss verwaltet werden; es fließen zwar öffentliche Gelder, doch man ist weiterhin auf das Einwerben von Spenden angewiesen. „Das ist wie Hochleistungssport“, zieht Christiane Dethleffsen als Vergleich heran. Und freut sich über das Engagement der Firma Trixi aus Tarp, die für die nächsten drei Jahre jeweils 6000 Euro zugesichert hat. Jeder Cent fließt in die Arbeit der Familienteams.

Der Verein kann auf Erzieher, Kinderkrankenschwestern, Hebammen. EDV-Profis und Mediziner zurückgreifen – 23 fest Angestellte, darüber hinaus die gleiche Anzahl Ehrenamtlicher. Sogar eine Hamburger PR-Agentur hilft unentgeltlich bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Das neue blau-gelbe Logo wurde entworfen von Studenten der Kunsthochschule Wandsbek – es symbolisiert gleichzeitig Aufbruch, Kraft und Schutz. „Erneuerung bedeutet Sicherheit“, sagt Mitarbeiterin Heike Menge (50), die seit 2002 für den Verein tätig ist, mit Blick auf ihren Job. Der dürfte langfristig gesichert sein. Denn die Nachfrage ist ungebrochen, und strategische Überlegungen zielen auf die Erschließung weiterer Standorte. Um es mit den Worten von Christiane Dethleffsen zu sagen: „Wir sind offen und mutig!“

>Für schnelle Hilfe ist ein Ansprechpartner in Flensburg unter der der Kontaktnummer 0175-584 77 75 rund um die Uhr erreichbar.

www.schutzengel-flensburg.de

info@schutzengel-flensburg.de

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