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Wahl „Menschen des Jahres 2016“ : Der Retter der Erbsensuppe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Abstimmung noch bis 31. Dezember: Manfred Saust ist Kandidat des Flensburger Tageblatts - für seinen Einsatz als Standortältester für die Verpflegung mit sozialem Gewinn.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2016 | 13:30 Uhr

Manfred Saust ist ein Glücksfall für Flensburg. Als Bundeswehr-Offizier ist er in seiner Laufbahn kreuz und quer durch die Republik gezogen, war an insgesamt elf Standorten eingesetzt, dazu drei Jahre im Kosovo. Doch geblieben ist er in Flensburg – dem letzten der elf Orte. Und hier hat er in diesem Jahr eine Flensburger Institution gerettet – die Erbsensuppe aus der Truppenküche, die seit 40 Jahren im Rahmen des Weihnachtsmarkts ausgeschenkt und seitdem über 700 .000 Euro für wohltätige Zwecke eingespielt hat. Darum ist Manfred Saust der Kandidat des Flensburger Tageblatts bei der Wahl zum Menschen des Jahres in Schleswig-Holstein.

Als Kommandeur des Eloka-Regiments in Donauwörth (Eloka = elektronische Kampfführung) gehörte Saust zu den ersten Bundeswehr-Soldaten, die 1998 in den Kosovo gingen. Für diesen Einsatz erhielt er später eines besondere Auszeichnung von Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber. Saust erinnert sich, wie wichtig es war, die Familien der Soldaten bei allen Fragen rund um den Auslandseinsatz, der für alle neu war, einzubinden. Vielleicht hat er damals seine „soziale Ader“ entwickelt, die ihn bis heute auszeichnet.

Denn Engagement ist fester Bestandteil in Sausts Leben. Als er 2009 nach Flensburg kam, habe er sich dem Lions-Club Flensburg von 1959 angeschlossen – nicht ganz ohne Eigennutz. „Wenn man ständig den Einsatzort wechselt, wird es mit zunehmendem Alter immer schwerer, jedes Mal einen neuen Freundeskreis aufzubauen.“ Da helfe es, bei den Lions mitzumachen – derzeit ist Saust Präsident des Clubs. „Und als Lion kann man den Bürgern in Not etwas zurückgeben, das war mir wichtig.“

Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst hat er mehr Zeit für die Löwen und gehört zum Team des äußerst erfolgreichen Weihnachtskalenders, macht mit bei der Akquise der Gewinne. 12  000 Exemplare werden jedes Jahr gedruckt und gehend reißend weg. Der Erlös kommt sozialen Projekten in der Stadt zu Gute.

Vor über zwei Jahren wurde Saust Standortältester für Flensburg und Glücksburg. Der kümmert sich um den Kontakt zwischen Bundeswehr und Bürgern und hat eine ganze Reihe von Aufgaben. Einer seiner Vorgänger hatte 1976 die Idee mit dem Verkauf der Erbsensuppe. „Ich wäre derjenige gewesen, der dieses Projekt beerdigt! Das konnte nicht sein!“, sagt er augenzwinkernd. Um das zu verhindern, bedurfte es des ganzen Einsatzes des Standortältesten Saust.

„Im November 2015 kam das Schreiben des Verpflegungsamtes der Bundeswehr“, erinnert er sich. Der Inhalt war ebenso klar wie überraschend: Die Ausgabe von Bundeswehr-Verpflegung außerhalb von Bundeswehr-Liegenschaften sei ab sofort verboten. Saust hat sofort die Schwachstellen dieses Verbots erkannt: „Damit wäre auch die Ausgabe von Verpflegung an Flüchtlinge, auf dem Truppenübungsplatz und auf Märschen verboten.“ Ein weiteres Argument war, dass die Bundeswehr keine Umsatzsteuer auf die Erlöse abführe und damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber gewerblichen Anbietern habe. „Wir hatten uns längst eine Freigabebescheinigung der IHK besorgt“, entkräftet Saust auch dieses Argument.

Jetzt kam die Stunde des Bürgers in Uniform. Saust suchte den Kontakt mit den Abgeordneten Simone Lange und Sabine Sütterlin-Waack, auch Oberbürgermeister Faber war eingebunden. „Der Schulterschluss mit der Stadt war wichtig.“ Womöglich hat auch ein dringliches Schreiben an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen geholfen – egal, am Ende musste das Verpflegungsamt einlenken, die segensreiche Suppe war gerettet und wird noch an zwei Adventswochenenden in der Nikolaistraße ausgeschenkt. „Simone Lange hat versprochen, auch mal zu helfen“, so Saust.

Hinterher habe es viele Anrufe aus anderen Standorten gegeben, in denen es offenbar ähnliche Projekte gibt. „Die wollten wissen, wie wir das gemacht haben.“

Und was macht ein so umtriebiger Standortältester und Ausbildungsleiter im Ruhestand? Er kümmert sich – was sonst. Saust ist engagiert in der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung und bemüht sich um Angebote im Treffpunkt Oase, wo er kürzlich ein Krimi-Dinner organisiert hat. Doch, um nicht zu rosten, steht viel Sport auf der Agenda: Golf, Segeln, Ski fahren.

 

 

Mensch des Jahres Die Wahl per Telefon oder SMS

Manfred Saust ist einer von 15  Kandidatinnen und Kandidaten bei der Aktion „Mensch des Jahres 2016“. Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) würdigt damit die Helden des Alltags. Die Abstimmung ist bis zum 31. Dezember möglich. Wer für Manfred Saust votieren  möchte, wählt Tel. 01375/ 80401791-06 (14 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise deutlich teurer) oder sende eine SMS. Sie können den Stimmzettel natürlich auch per Post an die sh:z-Chefredaktion, Fördestraße 20, 24944 Flensburg senden.

Tel. 01375-80401791-06

SMS: shz vote 06

 

 

 

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