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Der Regen nach dem Sturm: Ostseebad versinkt im Schlamm

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einsatz-Trupps des TBZ mit Kettensägen im ganzen Stadtgebiet unterwegs / Stadt appelliert: Wälder und Parks noch nicht betreten!

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Kleinholz beschäftigt nach dem Abzug von Orkantief „Christian“ nicht nur die Hausbesitzer. Das Technische Betriebszentrum, zuständig für das öffentliche Grün, ist seit Montag mit noch undankbareren Aufräumaufgaben konfrontiert – undankbar deshalb, weil 40 Mitarbeiter 350 Hektar Forst, rund 13 000 einzeln stehende Bäume und 160 Hektar öffentliche Grünflächen auf Schäden zu begutachten haben. Und die hat der Sturm auch nicht pfleglicher behandelt als den Rest vom städtischen Grün.

Die ersten Böen von Christian fegten gerade über Stadt und Wald, da ging’s schon los. „Hunderte Emails und Anrufe“, berichtet TBZ-Sprecher Ralf Leese. Und das ist auch gut so. Denn an eine geordnete Bestandsaufnahme der Schäden ist mit den vorhandenen Kräften nicht zu denken. „Unsere Leute haben alle Hände voll mit der Schadensbeseitigung zu tun“, sagt Leese.

Der Orkan fegte mit Urgewalt und bis zu 160 Stundenkilometer schnellen Böen durch die Stadt und hinterließ überall seine Spuren. „Wir haben ganz massive Schäden in den Wäldern und Parks. Aber Gleiches gilt für den gesamten öffentlichen Bereich“, sagt Leese. Das macht es Otto Pastorff im TBZ auch so schwer, seine Trupps effektiv einzusetzen. „Das ist schlimmer als Winterdienst. Da weiß man, auf welche Straßen man sich konzentrieren muss. Hier ist einfach die gesamte Stadt betroffen.“

Im Bereich des Ostseebads hat die Wetterlage ein Problem verschärft, das dort mittlerweile regelmäßig auftritt: Der Wanderweg oberhalb des Fördesaums musste wegen Erdrutschgefahr wieder gesperrt werden. Hier sind nicht die Sturmböen schuld, sondern die ergiebigen Regengüsse, die ihnen folgten.

Das Großreinemachen wird nach Überzeugung des TBZ-Sprechers wohl noch ein wenig andauern. „Wir haben keine Lagerkapazität für so viel Holz und werden es an Ort und Stelle lassen“, so Leese. Die einstmals mehr oder minder stolzen Bäume dürften am Ende als knisterndes Kaminholz enden. Im Hintergrund dürfte derweil das Grundrauschen über ungeklärte Rechtsfragen anschwellen. Wenn die Stadt ab heute Privathäuser am Marienhölzungsweg, der Stuhrsallee und am Adelbyer Kirchenweg von umgekippten öffentlichen Bäumen befreit, ist die Frage der Kostenübernahme klar. Das zahlt die Gebäudeversicherung des Grundstückeigentümers.

Nun sind am Montag freilich städtische Bäume nicht nur auf versicherte Häuser, sondern auf nicht versicherte Sonderausstattungen wie Friesenwälle oder Gartenhütten, vielfach auch auf Autos gestürzt. Leese fürchtet, hier wird es noch viel Ärger geben. „Wer sein Auto nicht gegen Sturmschäden kaskoversichert hat, dürfte in die Röhre gucken.“

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