zur Navigation springen

Fachhochschule Flensburg : Der Professor auf der Leinwand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit Hilfe eines neuen Teleteaching-Labors können Studenten der Fachhochschule Flensburg an Vorlesungen auf der ganzen Welt teilnehmen.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Flensburg | Die Hochschule Polytechnikum von Namibia liegt über 12 000 Kilometer von der Fachhochschule Flensburg entfernt. Gemeinsame Vorlesungen und wissenschaftlicher Austausch waren bislang mit langen Flügen und hohen Kosten verbunden. Das ändert sich jetzt mit dem neuen Teleteaching-Labor der Fachhochschule. Mit Hilfe von vier Beamern, einer Kamera, einer Leinwand und einem Rednerpult, von dem aus das alles gesteuert wird, können Studenten an Vorlesungen in weit entfernten Hochschulen teilnehmen – und sogar mitdiskutieren.

Genauso können sich Wissenschaftler an bis zu vier Hochschulen gleichzeitig über das System untereinander austauschen. Außerdem ermöglicht es die Aufnahme und Archivierung von Vorlesungen, so dass Lehre auch unabhängig von Zeit und Raum funktioniert. Wenn ein Student bei einer Vorlesung einmal nicht ganz mitkommt, könnte er sich in Zukunft die Inhalte später auf dem heimischen Computer noch einmal ansehen. Und Professoren würden die Studenten nur noch auf die Grundlagen-Vorlesung hinweisen, die bereits im Internet verfügbar ist und dafür mehr Zeit in vertiefende Diskussionen investieren.

„Mit diesem System können wir das modernste Teleteching-Labor im Norden unser eigen nennen“, erklärt Fachhochschul-Präsident Herbert Zickfeld und begrüßt schnell eben den Abteilungsleiter des Rechenzentrums an der Hochschule in Wismar, der auf der Leinwand zugeschaltet ist und der FH und ihrem neuen System „Allzeit gute Bandbreite“ wünscht.

„In einer Zeit, in der es keine Universalgenies mehr gibt, sondern hochspezialisierte Wissenschaftler, kann keine Hochschule mehr für jeden Bereich einen Experten vorhalten“, erklärt Zickfeld. „Deshalb ist die Kooperation mit anderen Hochschulen unumgänglich – und die wird uns durch das Teleteaching-Labor ermöglicht.“

Bereits jetzt unterhält die Fachhochschule enge Beziehungen zu mehr als 60 Hochschulen weltweit. Am vergangenen Freitag beispielsweise wurde ein Institut für Afrikastudien eröffnet. Die Kompetenzen, die gerade im Bereich Industrie, Handel und Wissenschaft in Namibia, Kenia, Kamerun, Ghana und Südafrika vorliegen, sollen gebündelt werden, um gemeinsam Lehre und Forschung voranzutreiben. Außerdem wird es im kommenden Jahr einen gemeinsamen Studiengang mit der Syddansk Universitet in Sonderburg geben. „Natürlich könnten wir die Studenten auch mit Bussen hin- und hertransportieren“, sagt Zickfeld. „Aber mit dem Teleteaching-Labor geht alles viel schneller und einfacher. Das wird der erste große Einsatz des Systems sein.“

Neben dem Teleteaching-Labor richtet die Fachhochschule gerade auch noch ein hochmodernes Videostudio ein. Hier kann vom emotionalen Werbefilm bis zur komplexen technischen Dokumentation alles produziert werden – und zwar in einer Qualität wie in einem Fernsehstudio, wie Zickfeld betont. Finanziert wurden sowohl das Teleteaching-Labor als auch das Videostudio durch die Marga-und-Walter-Boll-Stiftung aus Nordrhein-Westfalen. Zusammen haben beide Projekte etwa 200 000 Euro gekostet. „Unser Stiftungsziel ist es unter anderem, Wissenschaft zu fördern und Projekte zu unterstützen, die ein Zeichen für die Zukunft setzen“, erklärt Hartmut Anders, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, „das ist hier unbedingt der Fall.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen