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Flensburger Tageblatt

22. August 2017 | 20:53 Uhr

Harrislee : Der Ostseebad-Hang rutscht wieder

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Wanderweg nach Wassersleben ist verschüttet. Ein Geologe erforscht die Bewegungen mit der Drohne.

Harrislee | Wer derzeit vom Ostseebad nach Wassersleben wandern will, muss den Waldweg oberhalb des Hangs nehmen. Denn der Wanderweg am Fördeufer entlang ist verschüttet. Nach ungefähr zwei Dritteln des Wegs hat sich ein Teil des Hangs bräsig wie ein Berg Schlamm gesetzt und noch ein paar Baumstämme vor sich hergeschoben. Wurzelwerk und glitschige Steine müssten überwunden werden, um das Hindernis zu umgehen und wieder auf den letzten Abschnitt dieses Teils des Gendarmstiens zu gelangen. Mit Gummistiefeln ginge das, mit einem Fahrrad nicht.

Im Winter 2011/2012 habe es „erste Hinweise auf einen beginnenden Böschungsbruch durch Bodenrisse im Waldboden am Steilhang“ gegeben, erinnerte Barbara Hartten in der Februar-Sitzung des Verwaltungsrats des Technischen Betriebszentrums (TBZ). Seither sei der Hang in Bewegung, erklärte die Leiterin des Technischen Bereichs.

Bei früheren Hangrutschen am Ostseebad sei das Material abtransportiert worden, sagt TBZ-Sprecher Ralf Leese. Die Kosten für diese Maßnahmen bis zum Ende des Jahres 2015 bezifferte Barbara Hartten in ihrem Bericht vor dem Verwaltungsrat auf 212  000 Euro.

Um den Kosten und dem Hang Einhalt zu gebieten, hat das TBZ seit Sommer, als die Hangbewegungen wieder intensiver wurden, den Kieler Diplom-Geologen Klaus Lipka als Experten hinzugezogen. Dieser lässt in regelmäßigen zeitlichen Abständen Drohnen über der fraglichen Fläche fliegen, um Geschwindigkeit, Intensität und Länge der Bewegungen des Fördehangs zu dokumentieren und über den Vergleich Erkenntnisse zu gewinnen.

Die erste Empfehlung des Experten, so Barbara Hartten in ihrem Bericht, lautete, den Boden eben nicht weiter abzufahren. Ein Widerlager solle so entstehen und der Hangrutsch auf lange Sicht zum Stillstand kommen. Mit Verweis auf eine Präsentation mit Bildmaterial und Grafiken erläutert TBZ-Sprecher Leese, dass sobald Niederschläge und Frost ausbleiben, das Holz auf dem Weg entfernt, Geofleece aufgelegt und Kies als Oberfläche aufgebracht werden soll. Diese provisorische Lösung solle der Gutachter Mitte des Jahres überprüfen.

In der Diskussion im Verwaltungsrat betonte Hartten, dass der Wanderweg „zeitnah wieder provisorisch“ hergestellt werde. Den Vorschlag, mit Spundwänden zu arbeiten, um eine Dauerlösung zu erreichen, wies sie ab. Solche Maßnahmen seien in einem Flora-Fauna-Habitat nicht zulässig, in dem sich dieser Wanderweg befinde.

Der letzte größere Hangrutsch an der Straße Kielseng ereignete sich am zweiten Weihnachtsfeiertag im vorigen Jahr. Mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter waren an jenem Tag gefallen. Mit einem Radlader musste das TBZ die Erdmassen entfernen, die vom Volkspark auf die Fahrbahn gespült worden waren, erinnert sich Ralf Leese. Dieser Hang stehe zwar unter Beobachtung, sei jedoch kein Schwerpunkt, betont der TBZ-Sprecher.

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erstellt am 22.Mär.2016 | 08:00 Uhr

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