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Neuer Polizeichef : Der Neue vom Ersten Revier

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Polizeihauptkommissar Jürgen Zimmer (51) übernimmt die Leitung an den Norderhofenden 1. Die Fördestadt ist ihm sehr gut bekannt, denn er wohnt seit 25 Jahren in Engelsby.

Flensburg | Er kennt Flensburg wie seine Westentasche. Und ist bestens vernetzt. Seit 25 Jahren wohnt er in Engelsby, zehn Jahre lang war er stellvertretender Chef des 2. Polizeireviers in der Neustadt. Dort wurde er mit zwischenmenschlichen Problemen in den Stadtteilen und sozialen Brennpunkten hautnah konfrontiert, baute Kontakte auf zu Institutionen wie Jugendamt, Schule oder Frauenhaus. „So habe ich Flensburg in allen Facetten kennen gelernt“, sagt Jürgen Zimmer. Zum 1. August hat er die Leitung des 1. Reviers übernommen – dort warten gänzlich andere Aufgaben auf ihn.

An den Norderhofenden laufen die Fäden zusammen, bis zu 90 Beamte und Mitarbeiter wickeln die Grundlast an akuten Einsätzen ab – rund um die Uhr. Der Leiter des Führungsstabes und stellvertretende Direktionsleiter Jörn Tietje ist mit der Situation gut vertraut, auch mit den Unterschieden zwischen Stadt und Kreisgebiet. „In Flensburg schlägt einem das Geschehen in geballter Form entgegen und es geht alles sehr schnell“, sagt er. „Wenn einer mit dem Rücken zur Wand steht, sind sofort ein oder zwei Streifenwagen da, in der Fläche dagegen wartet man...“

Jürgen Zimmer ist sich der neuen Aufgabenstellung sehr wohl bewusst. Auch der Tatsache, dass sich die zunehmenden sozialen Probleme in der Stadt verstärkt in Auseinandersetzungen mit der Polizei niederschlagen. Und die Ansprüche an den „Freund und Helfer“ wachsen kontinuierlich. Es geht nicht nur um den Wunsch in der Bevölkerung nach verstärkter Präsenz, sondern auch um das Phänomen, dass Beamte heutzutage viel leichtfertiger gerufen werden als früher – selbst bei Nichtigkeiten. „Früher“, sagt Jörn Tietje, „hat man viele Konflikte unter sich geregelt, jetzt werden wir viel schneller eingeschaltet.“ Dieser Anspruch ist mit der personellen Ausstattung nicht immer vereinbar. Im Zuge der Polizeistrukturreform hat Flensburg 21 Planstellen abgeben müssen. Nordfriesland hat davon profitiert. Niemand weiß das besser als Jürgen Zimer, der die letzten zweieinhalb Jahre Leiter des Polizeireviers Niebüll war; von dort wurden auch die Bereiche Bredstedt, Leck, Föhr und Amrum gesteuert. „Natürlich fand ich die Reform sinnvoll für die Region“, sagt der 51-Jährige. „Und ich habe gern dort gearbeitet.“

Der Polizeihauptkommissar begann seine dreijährige Ausbildung an der Verwaltungsfachhochschule Altenholz im Jahr 1985. Sein Weg führte über Rendsburg an die Förde, wo er verschiedene Stationen wie die Einsatzleit- oder Verkehrsdienststelle durchlief. „Zum Glück ist Flensburg in der Negativliste der Kriminalstatistik nicht mehr so belastet“, betont Zimmer. Im Vergleich zu Lübeck, Kiel und Neumünster sei es proportional zur Einwohnerzahl eine sicherere Stadt. In der Tat ist die Zahl der Verbrechen hier stark rückläufig – sie ist in den letzten 15 Jahren um etwa ein Drittel zurückgegangen. „Das bedeutet aber nicht zwingend weniger Arbeit“, weiß der erfahrene Polizist. „Die Verwaltungsaufgaben und die Ermittlungstätigkeit sind aufwändiger geworden.“ Und wenn Beamte mal wieder zu Einsätzen in Schleswig-Holstein abgerufen werden, wie unlängst zum G7-Gipfel in Lübeck oder kurzfristig zu brisanten Fußballspielen, stoße der Polizeiapparat schnell an seine Grenzen. Das betrachtet der verheiratete Vater zweier Kinder als Herausforderung. Zunächst aber will er mit seinen Kollegen im Hause intensiver in Kontakt treten. Jörn Tietje freut sich auf die Zusammenarbeit. „Dass er bei uns gelandet ist, ist ein Glücksfall für uns.“

 

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erstellt am 12.Aug.2015 | 11:00 Uhr

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