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Flensburger Tageblatt

24. August 2017 | 03:44 Uhr

Flensburg : Der neue Feind der Bahnhofstreppe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Sanierung des seit fast einem Jahr eingerüsteten Aufgangs kommt nicht voran – jetzt könnte ein seltener Farn die Arbeiten erschweren

Flensburg | Die zügige Sanierung der zu mehr als 80 Prozent gesperrten Bahnhofstreppe hat einen neuen natürlichen Gegner: Flensburgs hässliches Entree für alle Zugreisenden wird nämlich von der Mauerraute bedroht. Von der Mauerraute? Das ist ein im Küstengebiet sehr seltenes Farngewächs und als gefährdet eingestuft. Nach der Berichterstattung unserer Zeitung über die Hängepartei bei der Treppensanierung hätten sich Naturschützer gemeldet, die darauf hinwiesen, dass die Mauerraute auf der Roten Liste stehe, berichtet Rathaussprecher Clemens Teschendorf: „Der Flensburger Bahnhof wird dabei als einer von ganz wenigen Standorten in Schleswig-Holstein erwähnt.“

Glück für die denkmalgeschützte sechsstufige Backsteintreppe: Die Mauerraute ist bislang lediglich in der zum geschützten Orginalbahnhofsensemble von 1927/28 gehörenden Bahnhofsmauer in den Ritzen zwischen Backsteinornamenten zu finden. Zwischen den Treppenfugen wuchert neben Geröll und Müll bislang lediglich ganz gewöhnliches Unkraut.

Seit mittlerweile fast einem Jahr ist Flensburgs unerfreuliche Visitenkarte auf gut 20 von insgesamt 25 Metern Breite komplett abgesperrt. Der Grund: Die Stadt Flensburg und die für alle Bahn-Liegenschaften zuständige Bahn-Tochterfirma DB Netz AG in Frankfurt sind sich immer noch nicht einig geworden, wer für die Treppensanierung zahlen muss. Die Auffassung der Stadt Flensburgs, die nach den Verträgen, die ebenso alt sind wie der Bahnhof selbst, für den Unterhalt des kompletten Areals vor dem eigentlichen Bahnhofsgebäude zuständig ist: „Die fachmännische Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Stufen und Fugen der Treppe geht weit über den normalen Unterhalt hinaus“, sagt Teschendorf.

Deshalb hat die Stadt mittlerweile über ihr Technisches Betriebszentrum (TBZ) mehrere Preisangebote einholen lassen, mit denen sie jetzt auf die Bahn zugehen und verhandeln will. „Wir gehen schon davon aus, dass es nicht nur ein Flensburger Problem ist, sondern es auch um die Kunden der Bahn geht, die nicht von einem Bauzaun vorm Bahnhof empfangen werden wollen“, sagt Teschendorf. Über die Preise wollte er keine Angaben machen.

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erstellt am 11.Sep.2013 | 07:19 Uhr

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