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Steinbergkirche : Der „Mann für alle Fälle“ macht Schluss

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Scheersbergs Organisationschef Heinz-Otto Scharfenort wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Steinbergkirche | „Wir vermissen ab jetzt einen gut vernetzten, mit allen Tricks und Kniffen ausgestatteten und hoch motivierten Mitarbeiter.“ Mit diesen Worten verabschiedete Jugendhof-Direktor Karsten Biermann am Wochenende den bisherigen Scheersberger Organisationschef Heinz-Otto Scharfenort in den Ruhestand. An der Feierstunde im Malersaal nahmen zahlreiche Weggefährten und Freunde des 62-Jährigen teil, unter ihnen Horst Röper, der ehemalige Leiter der Bildungsstätte. Dieser trat fast auf den Tag genau vor 50 Jahren in die Fußstapfen seines Vorgängers Peter Brunkert. Röper war es auch, der 1986 die organisatorischen Fähigkeiten des jungen Scharfenort erkannte und ihn „auf den Berg“ holte. Zuvor hatte dieser – im Anschluss an seinen Zivildienst – als Angestellter des Deutschen Grenzvereins bereits zehn Jahre lang die Flensburger Beratungsstelle für kulturelle Arbeit geleitet.

Im Namen des Deutschen Grenzvereins würdigte der Kropper Bürgermeister Stefan Ploog, seines Zeichens geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Dachorganisation, das 41-jährige Engagement Scharfenorts. Quasi bis zur letzten Stunde habe sich dieser als Steuermann von kulturellen Projekten betätigt. „Schade, dass Sie uns nun verlassen“, sagte Ploog in seiner Laudatio. Ins gleiche Horn blies Dr. Henning Bachmann, früherer Leiter der Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg. Beide arbeiteten in Sachen Kultur schon in Flensburg zusammen. Bachmann: „Ich war schon immer von seinem Planungsgeist beeindruckt.“ Vor allem bei der Vorbereitung der alljährlich stattfindenden Deutsch-Skandinavischen Musikwoche zeigte Heinz-Otto Scharfenort seine Vielseitigkeit. Da fuhr er beispielsweise bis in den letzten Winkel Schleswig-Holsteins, um für das Sinfonieorchester noch eine Harfe aufzutreiben und außerdem Ersatz für eine ausgefallene Harfistin zu suchen.

Vor vier Jahren geriet selbst einer wie Scharfenort in eine stressige Situation. Es ging um die durch viel Schnee behinderte Anreise der 124 Sänger und Instrumentalisten. Ohne große Mühen waren Teilnehmer sogar aus der Ukraine und den Färöer-Inseln bis nach Kiel gekommen – und erst auf dem letzten Ende gen Angeln mit der Regionalbahn in Schneewehen stecken geblieben. Weil die Taxifahrer sich nicht mehr trauten, durch die Schneemassen von Sörup aus zum Scheersberg zu fahren, musste der „Mann für alle Fälle“ mit seinem Privatauto die letzten Versprengten vom Bahnhof abholen und sich durchkämpfen.

Auftritte von Akteuren der Landesarbeitsgemeinschaft „Spiel in Schleswig-Holstein“ gehörten zu den Highlights der Feierstunde. Den Frank-Sinatra-Song „I did it my way“ steuerte gekonnt der Scheersberger Projektleiter Malte Morische bei, am Klavier begleitet von Jonas Siewertsen, der in Zukunft die Aufgaben der Organisation der großen Jugendhof-Events übernimmt.

Heinz-Otto Scharfenort, zu Hause in Rügge als Gemeindevertreter und Imker aktiv, will seine bisherige Wirkungsstätte keinesfalls aus den Augen verlieren. Sein Schlusswort: „Die Zusammenarbeit mit euch allen hier war ein Geschenk.“

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