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Gesundheit in Flensburg : Der Mangel an Hausärzten beginnt in den Stadtteilen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unterversorgung auf der Rude und in Weiche absehbar / Kassenärztliche Vereinigung: Flensburg unkritisch

Der SSW ist alarmiert. Der Trend, dass Ärzte in den Ruhestand gehen und keine Nachfolger finden – den Praxen also Schließung droht – schlägt auch nach Flensburg durch. Auf der Rude und in Weiche droht Mangel. Grund für den SSW, im Sozial- und Gesundheitsausschuss den Antrag zu stellen, in einem Grundlagenpapier die künftige Ärzteversorgung der Stadt darzustellen und aufzuzeigen, welche Möglichkeiten die Stadt hat, darauf Einfluss zu nehmen.

Der Ausschuss unter Vorsitz von SSW-Ratsherr Edgar Möller zeigte sich am Montag flexibel, den Bürger zu Wort kommen zu lassen. Extra für Ingeborg Feddersen von der Rude wurde die Sitzung formell unterbrochen, womit die Besucherin Rederecht hatte und die Zustände auf der Rude schildern konnte. Sie verwies darauf, dass in Kürze die hausärztliche Versorgung in dem Stadtteil am Ende sei, weil ein Arzt aus Altersgründen seine Praxis schließen werde. Dieser Arzt habe die Stadt um Unterstützung gebeten auf der Suche nach einem Nachfolger – bislang ohne Ergebnis.

Eine Übersicht über die Versorgung der Stadt und ihrer Umgebung bekamen die Ausschussmitglieder umgehend von Bianca Hartz, Zulassungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein.

Danach ist die Situation gut. Flensburg ist zu über 114 Prozent mit Hausärzten versorgt, rechnerische Basis ist die Planzahl von 1671 Einwohnern pro Hausarzt. Bei der Dichte in Flensburg und Umgebung werde die KV keine Niederlassungen von Ärzten mehr in der Stadt zulassen. Insgesamt gebe es in der Stadt 66 Hausärzte.

Die Aufgabe von Praxen aus Altersgründen könnte allerdings durchschlagen. Zwar sei die Altersgrenze für die Berufsausübung von Ärzten weggefallen, aber auch die Kassenärztliche Vereinigung tut sich schwer mit Prognosen, wann welcher Arzt seine Praxis schließt und wo es zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Bei einem angenommenen Ruhestandsalter von 65 Jahren stehen von den 66 Flensburger Hausärzten 22 vor dem Schritt in die Rente.

Aus Sicht der KV rutscht Flensburg auch dann nicht in die kritische Zone, weil jetzt mit 114 Prozent eine Überversorgung besteht. „Flensburg bleibt im grünen Bereich“, sagte Bianca Hartz.

Sie zeigte auch auf, dass eine Stadt kaum Möglichkeiten hat, auf die Ansiedlung von Ärzten Einfluss zu nehmen. Selbständigkeit werde für Ärzte immer unattraktiver. Eine Antwort der Gemeinden sei die Schaffung von Ärztezentren (Beispiel Büsum), in denen Ärzte angestellt würden.

Die Empfehlung der Fachfrau an die Stadt, um Versorgungslücken zu verhindern: Rechtzeitig mit den Ärzten sprechen. 

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