Bildung : Der letzte Tag der Osbekschule

Heute letzter Schultag: die Osbekschule. Foto: Euler
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Heute letzter Schultag: die Osbekschule. Foto: Euler

Der letzte Schultag - zumeist Grund zur Freude: Doch an der Osbekschule werden viele mit Wehmut gehen. Die Schule schließt nach 79 Jahren. Aber ein Schüler kehrt zurück.

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17. Juli 2009, 11:32 Uhr

Flensburg | Die Zukunft des Gebäudes als Schule ist aller Voraussicht nach gesichert; vermutlich wird die Ostseeschule den Komplex am Klosterholzweg übernehmen. Mit Hendrik Bütow gibt es sogar einen Schüler, der wohl als einziger hier weiter zur Schule gehen kann: Er wurde von der Ostseeschule für die vierte Klasse aufgenommen.

Alle anderen, deren Schulzeit noch nicht zu Ende ist, müssen wechseln. Die verbleibenden Grundschulklassen wechseln an die Schule Fruerlund; für sie wird ein Bus-Shuttle eingerichtet, der sie morgens vom Klosterholzweg nach Fruerlund und mittags zurück bringt. Zwei Klassen aus der Sekundarstufe 1 ziehen in Container auf dem Grundstück der Käte-Lassen-Schule; dort hält sich die Begeisterung über den Zuwachs in Grenzen, sorgt doch vor allem der Zuwachs bei den Lehrern für Engpässe im Sanitärbereich (siehe rechts).

Wenn eine Schule nach 79 Jahren abgewickelt wird, ist das kein erfreulicher Anlass. Die Endzeitstimmung an der Osbekschule geht sogar so weit, dass nichts darüber an die Öffentlichkeit dringen soll: Für langjährige Mitarbeiter, die aus ihren Gefühlen keinen Hehl machen wollten, gab es einen Maulkorb der Schulleitung: keine Interviews!
Offen auch für unbequeme Schüler
Dabei gäbe es rückblickend viel Gutes zu berichten. Die Osbekschule hat immerhin 79 Jahre Flensburger Schulgeschichte geschrieben. Viele Generationen von jungen Flensburgern haben hier ihre Schullaufbahn begonnen und auch beendet. Die Klassengrößen waren überschaubar und hatten mit bis zu 20 Schülern eine optimale Stärke. Die Osbekschule, eine typische Stadtteilschule, war immer offen auch für unbequeme Schüler, die hier ihren Abschluss machten. Derzeit sind noch 210 Schüler an der Osbekschule, von denen ein Teil gerade den Hauptschulabschluss gemacht hat.

Mit dem Niedergang der Hauptschule im Allgemeinen wurde auch das langsame Sterben der Osbekschule eingeläutet. Immer weniger Schüler wurden für den Hauptschulzweig angemeldet. Als die Stadt beschloss, den Grundschulzweig einzustellen und die Osbekschule zur Regionalschule zu machen, wusste man anfangs vielleicht nicht, welche Auswirkungen das haben würde. Doch für die Eltern blieb sie eine Hauptschule; die Anmeldungen brachen weg. Nach der Petrischule kommt jetzt das Aus für eine weitere frühere Hauptschule.

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