Der Kick für Kicker: 100 Bälle für Flensburgs Bolzplätze

15 von 100  Fußbällen haben Birger Hellwig (hinten Mitte) und Dirk Dillmann (hi. re.) schon verteilt. Einen bekam Alan (blaue Jacke).
15 von 100 Fußbällen haben Birger Hellwig (hinten Mitte) und Dirk Dillmann (hi. re.) schon verteilt. Einen bekam Alan (blaue Jacke).

Die etwas andere Sozialarbeit zur Fußball-WM: Polizei und Sportpiraten gehen in die Stadtteile

shz.de von
13. Juni 2014, 07:43 Uhr

Alan (11) kickt längst im Verein. Beim TSB rückt er im Sommer in die D2 auf. Einerseits. Andererseits kann er künftig auch mit seinen Kumpels auf dem Bolzplatz noch mehr trainieren und noch besser. Welche Position er spielt? „Manchmal Abwehr, manchmal Sturm“, diktiert Alan dem Reporter in den Block. Vielseitig eben. Gestern Nachmittag, genau sieben Stunden vor dem WM-Eröffnungsspiel hat Alan in seiner königsblauen Trainingsjacke den ersten von 100 grün-weißen Fußbällen bekommen, die die Flensburger Polizei und die Sportpiraten rund um den WM-Auftakt in den Flensburger Stadtteilen verteilen. Birger Hellwig von der Polizeistation Flensburg-Nord hat den Ball auf dem Abenteuerspielplatz Taubenstraße übergeben.

Die Idee dazu hatte Dirk Dillmann von den Sportpiraten, die dafür notwendigen 1000 Euro spendierte der Kriminalpräventive Rat der Stadt Flensburg. „Wir haben das in den ersten Jahren der Sportpiraten schon eimal gemacht. Der Gedanke dabei: Zielgerichtet gemeinsam mit der Polizei in die Stadtteile gehen, ins Gespräch kommen und Bälle verteilen. „Wir wollen gucken, wo Kinder und Jugendliche rumhängen“, sagt Dillmann (40). Es gehe darum, im Kicken eine sinnvolle Beschäftigung zu finden. Oder wie Markus Langenkämper von der Flensburger Polizei es ausdrückt: „Um mit Kindern in Kontakt zu kommen, gibt es nichts Besseres, als auf dem Schulhof mitzukicken.“ Er stelle sich auch schon mal in Uniform ins Tor: „Über den Sport erreicht man den einen oder anderen ganz gut.“ Und ganz nebenbei würden Berührungsängste gegenüber Polizeibeamten abgebaut.

Einen besseren Motivator als die gestern Abend gestartete Fußball-WM kann es da gar nicht geben. In diesem Umfeld organisieren die Sportpiraten ab heute (Start: 15 bis 17.30 Uhr beim Rudeschulfest) sechs Fußballturniere in den Stadtteilen. Dirk Dillmann erzählt, wie er selbst in Hinterhöfen und vor Garagentoren zum Kicker wurde: „Ursprünglich wollte ich mal Fußballprofi werden“, verrät er.

Mit den 100 auf diesem Weg zielgerichtet verteilten Bällen hoffen Dillmann, Hellwig und Langenkämper, dass viele Kinder zum gemeinsamen Bolzen kommen und so weit mehr als 100 Kinder und Jugendliche von der grün-weißen Polizei-Piraten-Ball-Offensive profitieren werden.

Und noch eine Idee wollen die Sportpiraten mit Studierenden umsetzen – einen Ballhochhaltewettbewerb mitten in der Fußgängerzone. Wie häufig Dillmann den Ball hochhalten kann? Der Sportpirat grinst: „Wenn ich bei 160 anfange, komme ich auf 187.“

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