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Polizeizusammenarbeit : Der Kennzeichen-Scanner kommt nach Dänemark

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fortschritte in der internationalen Täterverfolgung: Die Dänische Polizei nimmt mit elektronischer Kennzeichen-Überwachung grenzüberschreitende Täter ins Visier.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 07:55 Uhr

Pattburg | Immer wieder musste die dänische Polizei in früheren Jahren vermeintliche ausländische Diebe, die zum Beispiel in Deutschland gefasst wurden, wieder laufen lassen, weil der Tatort nicht festgestellt werden konnte. Damit ist jetzt Schluss, denn seit 2011 hat sich die Ausländerkontrolleinheit der dänischen Polizei in Pattburg auf die Kriminalität von umherreisenden Kriminellen spezialisiert. Immer häufiger kann die deutsche Polizei daher Täter und Diebesgut an die dänischen Kollegen übergeben. Letztes Jahr brachte die dänische Polizei 143 Täter vor Gericht, nachdem sie bei eigenen Kontrollen oder im Ausland (vor allem in Deutschland) der Polizei ins Netz gegangen waren.

„Früher mussten unsere deutschen Kollegen in ganz Dänemark anrufen, um festzustellen, wo ein Einbruch begangen worden war. Heute haben sie eine Anlaufstelle, nämlich die Ausländerkontrollabteilung (UKA) in Pattburg. Wir nehmen uns aller Einbrüche an, die von Ausländern in ganz Dänemark begangen worden sind“, erklärt Jørgen Meyer, Polizeidirektor in Süddänemark. Auch illegale Einwanderung und Prostitution spielen eine größere Rolle bei der Arbeit. Seit 2011 sorgt ein gemeinsames deutsch-dänisches Büro dafür, dass kriminelle Ausländer schnell und unbürokratisch zur Strafverfolgung nach Dänemark geschickt werden können. Hans-Joachim Thomsen von der Landespolizei Schleswig-Holstein leitet das gemeinsame deutsch-dänische Büro. Hier sitzen deutsche Behörden – darunter Polizei und Zoll – seit 2001 gemeinsam auf dänischem Boden. Später sind auch der dänische Zoll und die Polizei hinzugekommen.

Thomsen, früher Chef der Autobahnpolizei in Schuby, erinnert sich noch selbst, wie bürokratisch es war, wenn die deutsche Polizei früher in ganz Dänemark anrufen konnte, um Einbrecher und Diebesgut dem richtigen Polizeikreis zuzuordnen. „Die Grenze ist nicht so löchrig wie viele glauben“, sagt Polizeidirektor Meyer. „Wir haben heute viel Technik zur Verfügung, aber ich will da aus taktischen Gründen keine Details verraten.“ Hinzu kommt die gemeinsame Analyseabteilung – seit Mittwoch mit gemeinsamen Streifen – sowie zivile Hinterlandpatrouillen.

Bald erhält die dänische Polizei außerdem ein neues System, das Autokennzeichen wiedererkennen kann. „Wir haben es schon getestet, und es ist äußerst effektiv. Teils bei der Aufklärung von Fällen, teils, weil uns das System sagt, welche Fahrzeuge wir zur näheren Kontrolle herauspicken sollen“, erklärt Palle Linné, Vizepolizeiinspektor und Leiter der UKA. „Neben der deutsch-dänischen Zusammenarbeit haben wir direkte Verbindung zu unseren Kollegen in Osteuropa, um so einen Einblick in die Machenschaften der Einbrecher zu bekommen“, erklärt Palle Linné. Das Gesamtwissen, das die UKA über die Jahre – auch durch die Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen – gebündelt hat, bedeutet, dass die Pattburger Grenzbeamten Hotline für die Polizei in ganz Dänemark geworden sind, wenn es um grenzüberschreitende Kriminalität geht.

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