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IT-Sicherheit in Flensburg : Der Kampf gegen Cyber-Attacken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

IT-Fachleute in Flensburger Behörden und Einrichtungen sehen sich gewappnet gegen die grassierende Erpresser-Software „WannaCry“

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2017 | 06:25 Uhr

Für die Krankenhäuser an vier britischen Standorten war es ein Albtraum: Ärzte mussten Operationen absagen, weil sie nicht an Laborwerte und Röntgenbilder herankamen. Die Computer waren von digitalen Erpressern lahm gelegt worden, die derzeit weltweit in 150 Ländern aktiv sind. Aufatmen hingegen in Diako und Franziskus, wo „WannaCry“ – so der Name der schädlichen Software – bisher nicht landen konnte. „Wir sind aktuell nicht betroffen und haben Vorkehrungen getroffen, uns vor künftigen Angriffen zu schützen“, so Franziska Mumm, Sprecherin des Franziskus’. An der Diako sieht es ähnlich aus: „Wir wehren täglich tausende von Angriffen durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich ab“, so Sprecher Ole Michel. „Wir sind von dem aktuellen Hacker-Angriff bisher nicht betroffen.“

Anfang Dezember hatte die Polizei noch vor der Schadsoftware „Goldeneye“ gewarnt, einige Tage später war sie selbst betroffen; da hatte sich „Goldeneye“ auf einigen Polizeirechnern eingenistet. Doch daraus hat die Polizei gelernt: „Aktuell haben wir keine Probleme,“ sagte auf Anfrage die Polizeisprecherin Sandra Otte.

„Keine Mails mit unbekannten Anhang öffnen!“, „Prüfen Sie Anhänge und Links von unbekannten Absendern auf Plausibilität!“: Solche und weitere Mahnungen ihrer IT-Abteilung dürften gestern Tausende Arbeitnehmer in ihren dienstlichen Postfächern vorgefunden haben. Die 120 Mitarbeiter der Handwerkskammer mussten Geduld mitbringen: „Wir haben heute erstmal ein paar Updates gefahren“, so der IT-Leiter der Kammer, Frank Steinau. „Alle Geräte sind bei uns auf dem neuesten Stand.“ Zudem würden alle eingehenden Mails abgefangen und geprüft, bevor die Mitarbeiter der Kammer sie erhalten.

Bei den Krankenhäusern geht es um Leib und Leben der Patienten, bei den Stadtwerken um Strom, Fernwärme, Wasser und Daten für rund 100  000 Menschen. Auch dort ist die Sicherheit der Computer und der Datennetze lebenswichtig. Mehr als 30 Mitarbeiter kümmern sich um die IT-Anwendungen. „Das Thema IT-Sicherheit ist bei uns im Hinblick auf die sichere Versorgung mit Strom, Fernwärme und Trinkwasser von großer Bedeutung und wird mit der nötigen Kompetenz und Sensibilität gehandhabt“, so Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen. Entsprechend biss „Wannacry“ an den digitalen Sicherheitsmauern der Stadtwerke auch auf Granit. „Von der aktuellen Attacke sind wir nicht betroffen.“

Im Rathaus geht es um den täglichen Verwaltungsbetrieb, aber auch um sensible Bürgerdaten. Auch dort spielt die Sicherheit der Netze eine große Rolle – und auch dort haben die IT-Fachleute „keine Ransom-Software“, so der Oberbegriff der digitalen Eindringlinge, vorgefunden. Das, so IT-Chef Marcus Ott, sei nicht allein den IT’lern geschuldet, sondern auch der Vernunft der Anwender – indem sie seltsame Mails gar nicht erst öffnen.

„Auf Grund umfangreicher Schutzmaßnahmen ist das KBA bisher noch nicht Opfer einer Erpressungsmail geworden“, heißt es aus der KBA-Pressestelle. „Sollte das KBA doch einmal Opfer einer erfolgreichen Erpressungsattacke werden, wird kein Lösegeld gezahlt sondern die verlorenen Daten mit Hilfe der Verfahren zur Datensicherung wiederhergestellt.“

Das Unternehmen Carebyphone legt Wert auf stets aktuelle Betriebssysteme, wie Sprecher Christian Ludwig betonte. Erfolgreiche Attacken würden meist auf älteren Rechnern gelandet.

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