Oeversee : Der Holzfresser

<p>Die neue Holzhackschnitzelmaschine schafft etwa 500 Kubikmeter Schnitzel am Tag. Christian Hansen vor der neuen Holzhackschnitzelmaschine.</p>
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Die neue Holzhackschnitzelmaschine schafft etwa 500 Kubikmeter Schnitzel am Tag. Christian Hansen vor der neuen Holzhackschnitzelmaschine.

Leicht frostiges Wetter ist die ideale Voraussetzung für Knickpflege.

shz.de von
15. Januar 2018, 13:28 Uhr

Die Sonne scheint, der Boden ist leicht gefroren – genau die richtigen Voraussetzungen für eine gute Knickpflege. Also haben Christian Hansen und Sohn Björn ihr neues Knickpflegegespann schnell gestartet. „Dies ist die modernste Maschine ihrer Art, die momentan auf dem Markt ist, die erste, die überhaupt in Deutschland ausgeliefert wurde“, sagt Christian Hansen. Der 60-jährige Unternehmer firmiert unter „Biomasse-Agentur Nord“. Er liefert seit mehr als 20 Jahren Holzhackschnitzel an Fernwärmewerke, überwiegend nach Apenrade in Dänemark.

Bisher handelte er nur mit den Schnitzeln, kaufte sie in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf. Seit Dezember produzieren Hansen und sein Sohn nun auch selbst – und die beiden bieten ihre Dienstleistung auch für andere an.

Christian Hansen schaut in die Runde. „Gemäß Knickverordnung können Knicks alle zehn Jahre, sie sollen jedoch spätestens nach 15 bis 20 Jahren auf den Stock gesetzt werden“, erklärt er. Vor 25 Jahren begann der Unternehmer in seinem Betrieb in Oeversee, die Knick-Hölzer mit der Kettensäge zu schneiden. Die anfallenden riesigen Reisighaufen wurden am Schluss auf den Feldern einfach nur angezündet.

Dann kam ihm die Idee, die Holzschneidearbeiten mit einer Maschine zu bewältigen. Seither hat die „Biomasse-Agentur Nord“ die Mechanisierung immer weiter entwickelt und bestehenden Bedürfnissen angepasst. Und sie folgt auch dem aktuellen Trend: „Die Nachfrage nach exakt gehackten Holzhackschnitzeln für Heizanlagen steigt ständig“, berichtet Christian Hansen. Die meisten Heizanlagen, besonders die Kleinanlagen von Privatpersonen, brauchen Holzhackschnitzel zum Betrieb, die alle die gleiche Größe haben. Entsprechend exakt muss Hansen produzieren. Bereits im Mai letzten Jahres hatte er deshalb die neue Maschine der Firma Wellink-Ceasar in den Niederlanden bestellt. Sie kam als Weihnachtsgeschenk – wobei: „Weihnachtsgeschenk ist nicht ganz richtig, dieses Gerät kostet richtig Geld“, stellt der Unternehmer lachend fest. Doch: „Es ist eine Investition in die Zukunft.“

Die Zukunft ist wichtig, denn der 35 Jahre alte Sohn Björn, der heute bereits voll im Betrieb mitarbeitet, will die „Biomasse-Agentur“ später führen. Und deshalb lohnt sich die teure Anschaffung.

Die neue Maschine schneidet exakt große Holzschnitzel mit wenig Feinanteil. Feinanteile sind schädlich, weil sie die Verbrennung behindert. Dank der Maschinen kann Hansen Personal einsparen. Das macht die Produktion günstiger. So frisst sich die Maschine durch Knick-Bäume und Sträucher und produziert 80 bis 100 Kubikmeter Holzschnitzel in der Stunde. Und weil Christian Hansen gerade beim Rechnen ist, erklärt er weiter: „Ein Kubikmeter Holzhackschnitzel spart zwischen 60 und 70 Liter Heizöl.“ Allerdings wird dafür eine Menge Diesel benötigt. Alle zwei Tage ist der 800-Liter-Tank leer. Dann sind allerdings auch 1000 Kubikmeter Schnitzel gemacht. „Im Laufe eines Jahres produzieren wir voraussichtlich zwischen 20 000 und 30 000 Kubimeter, das spart gewaltig beim CO2-Ausstoß.“



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